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Heuballen-Brände: Anklage gegen mutmaßliche Brandstifter

Heuballen-Brände : Anklage gegen mutmaßliche Brandstifter

Für sieben Fälle der Heuballen-Brände im Sommer fehlen die Beweise, in einem wird verhandelt.

Acht Brände wurden ihnen zugeschrieben. Doch nur wegen eines Falles werden sich die Männer, die zwischen dem 19. und dem 24. Juli mehrere hundert Heu- und Silageballen angezündet haben sollen, demnächst vor dem Wuppertaler Landgericht verantworten müssen. Für die übrigen fehlen der Staatsanwaltschaft die Beweise.

Wie berichtet, brannte es zu Beginn der Sommerferien unter anderem in Westhausen, Buchholzen, aber auch auf Wermelskirchener und Solinger Stadtgebiet. Mit Grillanzündern setzten unbekannte Täter die Rundballen auf den abgeernteten Weiden in Flammen. Die Feuerwehr verhinderte stets Schlimmeres, doch sorgten die Brandstifter für Unruhe unter Landwirten und Stallgemeinschaften.

Dann gelang die erlösende Festnahme: Als in Birgden I die Ballen brannten, war eine Polizeistreife ganz in der Nähe, so dass die beiden mutmaßlichen Täter, 66 und 21 Jahre, den Beamten geradezu in die Arme liefen. In ihrem Auto fanden die Ermittler Grillanzünder. Kurz zuvor waren die beiden sturztrunkenen Männer zudem in den Fokus einer Wildkamera geraten. Die Bilder liefern ebenfalls ein wichtiges Indiz für ihre Täterschaft.

Das gilt aber nur für den Fall in Birgden I. Alle anderen Brandstiftungen "lassen sich den beiden Angeklagten nicht nachweisen", sagt der ermittelnde Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt. Unter anderem waren in der Nacht auf den 19. Juli bei der Stallgemeinschaft Westhausen annähernd 200 Rundballen in Flammen aufgegangen, was für einen Schaden von rund 13.000 Euro gesorgt hatte.

In der Untersuchungshaft, in der die Männer nach wie vor sitzen, ließen sie sich nicht auf ein Geständnis ein. Zudem fanden die Ermittler weder Spuren, die auf ihre Täterschaft deuteten, noch meldeten sich Zeugen. Zwar kam es nach der Festnahme zu keinem weiteren vergleichbaren Heuballenbrand. "Das ist aber nur ein dünnes Indiz", sagt Heribert Kaune-Gebhardt: "Es reicht nicht für eine Anklageerhebung." Also stellte der Staatsanwalt die Ermittlungen in den übrigen Fällen vorläufig ein.

Für Brandstiftung sieht das Gesetz ein bis zehn Jahre Haft vor, erklärt Johannes Pinnel, Sprecher des Wuppertaler Landgerichtes. Beide Männer sind mehrfach vorbestraft, was sich strafverschärfend auswirken dürfte. Für beide geht es aufgrund ihres Alkoholkonsums zudem um eine Einweisung in eine Entzugsanstalt oder in eine psychiatrische Klinik.

Für die Geschädigten, überwiegend dürfte es sich um die Feuerversicherungen der Höfe handeln, schwinden unterdessen die Chancen auf einen Schadensausgleich. Zwar können sie die Männer unabhängig vom Ausgang des Strafprozesses zivilrechtlich verklagen. Allerdings müssten sie dann beweisen, dass es sich bei ihnen um die beiden Ballenbrandstifter handelt.

(RP)