Remscheid Angeklagte ist hinter Gittern verschwunden

Remscheid · Angeklagte verschwinden hinter Gittern? Ja, das kann offenbar passieren. So wie beim Prozess gegen eine Frau, die sich wegen Diebstahls vor dem Wuppertaler Landgericht zu verantworten hatte. Verhandelt werden sollte die Berufung der 34-Jährigen, die diese selbst gegen das zuvor verhängte Urteil des Amtsgerichts eingelegt hatte.

Dort war sie wegen Betrugs zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil sie eine 91-Jährige bestohlen hatte. Sie hatte die schwere Einkaufstasche der Seniorin vom Supermarkt in die Wohnung getragen, um dort Bargeld und Schmuck zu stehlen.

Schon bei der erstinstanzlichen Verurteilung war klar, dass es sich bei der Angeklagten um eine Intensivtäterin handelt. Im Klartext heißt das: Sie wurde bereits mehrmals wegen einschlägiger Delikte verurteilt - bislang offenbar nur zu Geldstrafen. Mittlerweile aber scheint sich die Lage geändert zu haben. Die Frau sitzt irgendwo in Untersuchungshaft - nur keiner weiß wo.

"Meine Mandantin ist mir abhandengekommen", räumte der Verteidiger gestern vor Gericht ein. Dort warteten die Kammer, die Staatsanwältin und besagter Anwalt auf die Angeklagte. Irgendwann stand fest: Das wird heute nichts mehr, die Frau ist nirgendwo aufzutreiben. "Ich hatte in der JVA Köln einen Besuchsantrag gestellt", erklärte der Verteidiger. Bis man darüber entschieden habe, sei die zwischenzeitlich in Düren lebende Frau schon wieder woanders inhaftiert gewesen. Die Ladung zur Berufungsverhandlung hatte man offenbar noch an die Privatanschrift geschickt - ohne zu wissen, dass man die Angeklagte dort nicht mehr antreffen würde. Nun beginnt die Suche nach der Frau, um einen neuen Verhandlungstermin festlegen zu können.

(mag)