Andreas Stuhlmüller: „Am Eisernstein müssen wir Ergebnisse sehen“

Interview Andreas Stuhlmüller : „Am Eisernstein müssen wir Ergebnisse sehen“

Andreas Stuhlmüller (CDU), Bezirksbürgermeister von Lüttringhausen, spricht über politische Themen, die ihn 2020 bewegen.

2019 ist ja noch nicht lange vorbei. Was war das Thema, das Lüttringhausen am meisten bewegt hat?

Stuhlmüller Wenn ich die Rückmeldungen nehme, die ich von Bürgern bekommen habe, sind es immer wieder die gleichen Themen. Wir sprechen häufig über verkehrliche Probleme, ruhender Verkehr, fließender Verkehr, den Zustand der Straßen, das ist das, was mir am häufigsten zugetragen wird. Die ganz großen Themen, wie Blume, haben wir derzeit nicht. Und die anderen, wie die Gestaltung rund um das Rathaus, werden eher wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Beim Thema Verkehr landen wir automatisch beim Verkehrsknotenpunkt Eisernstein. Wie bewerten Sie die Situation?

Stuhlmüller Da bleiben wir dran. Man kann ja sagen, dass sich daran schon ganze Generationen abgearbeitet haben. Das muss tatsächlich jetzt endlich mal umgesetzt werden. Eine Zeit lang haben wir die Füße stillgehalten, auch weil der städtische Haushalt so gar nichts hergab. Dazu gab es auch Wechsel in der Stadtplanung und wir haben immer auch zugestanden, dass man sich da erstmal einarbeiten muss. Aber jetzt müssen wir endlich mal Ergebnisse sehen.

In der jüngsten Sitzung der BV haben Sie gesagt, dass das eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist, schließlich gibt es einen entsprechenden Ratsbeschluss.

Stuhlmüller Ganz genau. Deswegen wollen wir jetzt auch nicht über das Ob diskutieren, sondern allenfalls über das Wann.

Dann lassen Sie uns über das Wann reden: Wann können wir realistisch mit dem Kreisverkehr rechnen?

Stuhlmüller Ich habe ja schon mal gesagt, dass ich von 2021 ausgehe. Aber klar ist auch, wenn die grundlegenden Vorarbeiten im Jahr 2020 erfolgen, reden wir, mit einer gewissen Vorlaufzeit, wahrscheinlich über 2022. Eventuell auch 2023. Aber auf später will ich mich auch nicht mehr einlassen. Das sollte schon in der nächsten Ratsperiode passieren.

Zuletzt wurde ja auch die Blume wieder aktuell. Hat es Sie überrascht, dass angesichts des geplanten Gewerbegebietes Gleisdreieck in Bergisch Born plötzlich wieder über die Blume diskutiert wird?

Stuhlmüller Das kann einen nicht wirklich überrascht haben. Es geht ja um genau die Punkte, die uns seinerzeit dazu bewogen haben, zu sagen, dass die Blume schon der 1A-Standort ist. Die Autobahnauffahrt führt dazu, dass das Gelände gut erreichbar ist. Und innerstädtischer Verkehr wird auch vermieden. Diese Überlegungen waren ja richtig und wurden auch ausdrücklich von mir unterstützt. Aber wir haben festgestellt, dass es dafür überhaupt keine politische Mehrheit gibt.

Sie glauben also nicht, dass das noch mal akut wird?

Stuhlmüller Ich sehe nicht, dass sich da was Grundlegendes verändert hat. Die Blume wäre sicherlich nur mit einer breiten politischen Mehrheit umsetzbar. Aber da tut sich nichts.

Ein anderes Thema, das Lüttringhausen schon länger beschäftigt, ist das Gelände rund ums Rathaus. Wie wird sich das 2020 entwickeln?

Stuhlmüller Von der grundsätzlichen Beschlusslage her ist das soweit klar. Die genaue Ausführung müssen wir noch festlegen. Das hätte ja eigentlich im Dezember erfolgen sollen, das hatte die Verwaltung aber nicht ganz geschafft. Also werden wir uns damit in der ersten BV-Sitzung 2020 beschäftigen.

Da geht’s also nur um Details?

Stuhlmüller Eine neue Planung wird es sicherlich nicht geben, nur eine leicht veränderte. Die Mittel stehen bereit, der politische Wille, das so zu gestalten, ist da. Jetzt werden noch ein paar Details festgelegt, dann wird das 2020 umgesetzt werden können.

Welche Themen sehen Sie im Jahr 2020 noch auf Lüttringhausen zukommen?

Stuhlmüller 2020 werden wir uns auf jeden Fall weiter mit dem Umzug der Stadtteilbücherei beschäftigen. Vor allem mit dem möglichen Standort an der alten Feuerwache, den ich für wirklich gut halten würde. Dazu gibt es auch Signale aus der Verwaltung, dass man sich das dort auch gut vorstellen könnte. Ich hoffe doch sehr, dass wir da 2020 zu einem Ergebnis kommen.

Bleibt noch das Radverkehrskonzept.

Stuhlmüller Da möchten wir schon erreichen, dass Lüttringhausen einen schönen Anschluss an die Trassen bekommt. Das würde bedeuten, dass wir nicht nur auf den bestehenden Straßen einen Fahrstreifen markieren, sondern dass wir im Bereich der Blume einen Radweg realisieren können.

Für Sie persönlich liegt nun bald Ihre erste Legislaturperiode als Bezirksbürgermeister hinter Ihnen. Wie fällt Ihr Rückblick aus?

Stuhlmüller Das ist eine hochinteressante Tätigkeit, die mir all die Jahre viel Freude bereitet hat. Nicht jeden Tag gleichviel. Aber ich beurteile das überwiegend positiv. Was mich besonders freut, sind die vielen Kontakte, die man knüpft.

Und dann steht noch eine Wahl an.

Stuhlmüller Darüber werden wir uns in Kürze unterhalten, wen wir an welcher Position ins Rennen schicken werden. Ich habe mich nach längerem Überlegen und in Abstimmung mit meiner Familie entschlossen, noch mal anzutreten.