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An dunklen Orten wird es nun hell

Remscheid : An dunklen Orten wird es nun hell

In diesem Jahr werden Kimmenauer Weg und Volkeshaus beleuchtet. Kritische Stimmen gibt es von Anwohnern der Kammgarnsiedlung.

Jahrelang hielt sich die Stadt bei der Investition in neue Straßenbeleuchtungen zurück. Dieses Jahr stehen die Mittel für zwei Projekte zur Verfügung. Zwei dunkle Orte, der Kimmenauer Weg in Lennep und das Verbindungsstück zwischen dem Fürberg und Volkeshaus in Hasten, werden künftig mit Laternen erhellt. Die Mittel dafür sind im Haushalt eingestellt.

In der Kammgarnsiedlung wird die Entscheidung für den Kimmenauer Weg nicht verstanden. Für die Bewohner der Gerda-, Arnold-Wilhelm-, Augusten- und Wülfingstraße hätte eine andere Lösung mehr Sinn gemacht. Parallel zum Kimmenauer Weg läuft der nur für Fußgänger ausgewiesene letzte Teil der Karlstraße, der im Zuge von Kanalarbeiten neu asphaltiert wurde. Wer von der Kammgarnsiedlung zum Lenneper Bahnhof läuft, nutzt dieses Verbindungsstück, das an die neue Feuerwache grenzt. "Der Kimmenauer Weg bedeutet einen Umweg, zudem Gefälle und Steigung", meint ein Anwohner der Siedlung. Der Fußweg ist bequemer, eben und kürzer, wenn es Richtung Bahnhof und wieder zurück geht.

Markus Kötter, Vorsitzender der Bezirksvertretung (BV) Lennep, erinnert daran, dass die Ortspolitiker lange für die Beleuchtung des Kimmenauer Weges gekämpft haben. "Da sind wir gewiss zehn Jahre dran, mein Vorgänger Dieter Rohrweck war damit schon beschäftigt." Die wenigen Anwohner des Kimmenauer Weges hatten sich massiv beschwert über die finstere Passage, bei der Autofahrer nachts oft Passanten nicht wahrnehmen. "Da es dort keinen Bürgersteig gibt, bleibt für Fußgänger nur der rettende Sprung ins Grün", sagt Kötter.

Der BV-Vorsitzende zeigt auch Verständnis und bietet an: "Nur weil wir den oberen Teil beleuchten, heißt das nicht zwangsweise, dass im unteren Bereich an der Karlstraße nichts passieren muss." Kötter appelliert, sich in der BV zu melden: "Dann nehmen wir das Anliegen in die politische Beratung auf." Er ist sicher: "Auch wenn es die Verwaltung bestreitet: Es gibt zahlreiche weitere dunkle Ecken in Lennep."

Udo Wilde (TBR) und Stephan Koch (EWR) sind für die Umsetzung zuständig. Als Experten hätten sie den Kimmenauer Weg in der Prioritätenliste nicht oben angesiedelt, gesteht Wilde: "Aber die Politik hat es so beschlossen. Wir setzen es nur professionell um." Beide Maßnahmen werden im ersten Halbjahr 2018 durchgeführt. Noch im Januar werden sie die Wegstrecken abgehen, um geeignete Standorte für die Laternen zu markieren. Die Ausleuchtung des Kimmenauer Weges kostet 114.000 Euro. 18 LED-Lichtpunkte sind vorgesehen, in acht Meter Höhe, platziert werden sie in einem Abstand von etwa 30 Metern. Auf 580 Meter Länge werden die Kabel dafür in der Erde verlegt.

Der Tiefbau ist der teuerste Teil der Straßenbeleuchtung. Ebenso wie auf der Strecke zwischen dem Fürberg und Volkshaus. Auch dieser Abschnitt gilt Bewohnern als Angstraum bei Nacht. Die Maßnahme in Volkeshaus ist mit 67.100 Euro veranschlagt. Dort sollen zehn Lichtpunkte gesetzt werden.

(RP)