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Alleestraße in Remscheid: Pavillons bleiben Streitthema

Neugestaltung der Alleestraße in Remscheid : Pavillons bleiben Streitthema

Bei den Beteiligungsforen zur Zukunft der Alleestraße wurde im Internet konstruktiv diskutiert. Neue Wohnformen, Nutzungen, Freiräume und innovative Konzepte wurden thematisiert. Es gab viel Zustimmung und positives Feedback.

Es war eine Premiere in der Bürgerbeteiligung der Stadt Remscheid: Rund 30 Interessierte nutzten am Samstag die Gelegenheit, ihre Anregungen zur Rahmenplanung Alleestraße über Beteiligungsforen per Videokonferenz abzugeben. Sie diskutierten mit den Verantwortlichen der beiden Planungsbüros Stadtgut und Stadtraumkonzept in zwei zusammengelegte Foren. Thema waren zum einen Erreichbarkeit und Freiräume und zum anderen Wohnen und neue Nutzung. Mit Stadtplanerin Christina Kutschaty und Baudezernent Peter Heinze war auch die Stadtverwaltung vertreten.

Die Rahmenplanung, die Allee in die drei wesentlichen Bereiche Handel (oben), Wohnen (Mitte) und Freizeit (unten) einzuordnen, begrüßten die Teilnehmer. Vor allem im unteren Teil spielte das alte Sinn Leffers-Gebäude als Schlüsselimmobilie für die Entwicklung des sogenannten „Dritten Ortes“ als Begegnungsort für Gemeinschaft Bildung und Kultur eine wesentliche Rolle. Das erste Forum wurde von Thorsten Schauz (Stadtgut) und Henrik Freudenau (Stadtraumkonzept) moderiert.

Zentraler Punkt bei der Erreichbarkeit ist die Schaffung eines neuen Zugangs vom Friedrich-Ebert-Platz. Der Vorschlag der Planer: Das ehemalige Kino an der Alleestraße sowie die Tankstelle am Ebert-Platz abreißen, um eine neue, großzügigere Passage zu schaffen. Die Überlegung wurde grundsätzlich positiv aufgenommen.

Auch die Idee, die Alleestraße für Rad- und Pedelec-Fahrer zu öffnen, wurde positiv bewertet. Denkbar wäre, wie beim Beispiel Hamm, ein farblich abgegrenzter Streifen mit Begrünung in der Mitte der Allee. Gleichzeitig, so die Forumsmeinung, müsse die Infrastruktur für Fahrräder, also Ständer und Ladestationen an den Zugängen zur Allee, gegeben sein. Remscheid hätte Potenzial, mit einer Art „Pedelec-Indoor-Erlebniswelt“ einen Anziehungspunkt für Menschen von außerhalb zu erzeugen und mit Innovation zu punkten, merkte Teilnehmer Andreas Bunge an. Im Gespräch ist zudem die Einführung autonomer Kleinbusse, die auf der Alleestraße fahren könnten.

 Peter Heinze, Dezernet für Stadtentwicklung, Bauen und Wirtschaftsförderung, zeigt sich dem Verlauf des Forums zufrieden. 
Peter Heinze, Dezernet für Stadtentwicklung, Bauen und Wirtschaftsförderung, zeigt sich dem Verlauf des Forums zufrieden.  Foto: Jürgen Moll

Für die Schaffung neuer Freiräume und Plätze haben die Planer drei Orte im Blick: in Höhe des ehemaligen Woolworth, am letzten Pavillon sowie am Sinn Leffers-Gebäude. Aus Sicht von Andreas Bunge fehlt der untere Markt in den Planungen. Dieser Platz habe in Verbindung mit der Alten Bismarckstraße großes Aufenthaltspotenzial als eine Art Piazza mit gastronomischen Angebot.

Nach wie vor fehlten Planungen zu öffentlich zugänglichen WCs, bemängelte Teilnehmer Bernd Kuznik. Dass in den aktuellen Überlegungen die Pavillons erhalten bleiben, wurde unter anderem von Ralf Wieber, IG Alleestraße, kritisch gesehen. Für Radverkehr, autonome Kleinbusse und auch für neue Freiräume seien sie störend. Die Entfernung, die gut eine Millionen kosten würde, soll noch einmal diskutiert werden.

Im zweiten Forum wurden Vorschläge zu modernen Wohnformen für Senioren und Berufstätige gemacht. Dazu zählen etwa Mehrgenerationen-Wohnungen oder auch Boardinghäuser. Die Begrünung der Innenhöfe sowie die Frage nach der Aufgabe von Parkraum am Ebert-Platz zugunsten neuer Freiräume wurden diskutiert.

Peter Heinze zeigte sich mit dem neuen Format zufrieden. „Es wurde sehr konzentriert und konstruktiv diskutiert“, sagt er auf Nachfrage. Kleinere technische Probleme fielen kaum ins Gewicht. Die Anregungen aus den Foren werden nun im nächsten Schritt gebündelt und sollen der Öffentlichkeit noch einmal präsentiert werden.