Remscheid Allee-Öffnung soll kommen

Remscheid · Der Stadtrat hat mit großer Mehrheit die probeweise Öffnung der unteren Alleestraße für den Verkehr beschlossen. Allerdings sind noch Hausaufgaben der Bezirksregierung zu erledigen. Auch die Finanzierung des Tests steht nicht.

 Blick auf die Fußgängerzone der unteren Alleestraße in Richtung Markt und Stadtkirche: Hier sollen, wenn Düsseldorf zustimmt, ab Februar probeweise Autos fahren dürfen.

Blick auf die Fußgängerzone der unteren Alleestraße in Richtung Markt und Stadtkirche: Hier sollen, wenn Düsseldorf zustimmt, ab Februar probeweise Autos fahren dürfen.

Foto: Nico Hertgen

Wenn es nach dem Willen von Politik und Verwaltung geht, rollen ab dem 1. Februar die ersten Autos über die untere Alleestraße: Der Rat beschloss am Donnerstagabend, die Fußgängerzone probeweise für den Verkehr zu öffnen. Das soll den Einzelhandel stärken, den Kunden soll der Weg zu den Geschäften erleichtert werden. Der Beschluss steht allerdings unter zwei Vorbehalten: Zum einen muss die Bezirksregierung zustimmen, die Kriterien zum Messen des möglichen Erfolgs fordert; zum anderen muss die Finanzierung gesichert sein — und da sind auch die anliegenden Geschäftsleute gefragt.

Von unten als Einbahnstraße

So sieht die Öffnung aus: Die Alleestraße wird zwischen dem Markt und der Mandtstraße als Einbahnstraße befahrbar. Die Zufahrt erfolgt über die Elberfelder Straße. Wer aus Richtung Hasten kommt, biegt am Ebert-Platz rechts ab; wer vom Bahnhof kommt, wird im großen Bogen über die Konrad-Adenauer-Straße um den Busbahnhof herum auf die Elberfelder Straße geführt. Bei der Ausfahrt von der Allee- in die Mandtstraße fahren die Autos links am Pavillon vorbei. Der obere Teil der Mandtstraße wird Einbahnstraße. Für die Fahrer gilt Schrittgeschwindigkeit (vier bis sieben km/h), Fußgänger dürfen nicht behindert oder gefährdet werden.

Um den Kunden das Parken vor den Geschäften zu ermöglichen, werden auf beiden Straßenseiten insgesamt 41 Parkplätze ausgewiesen (an Markttagen fallen acht weg). Dort dürfen Autofahrer maximal eine Stunde kostenlos parken (Parkscheibe). Zwischen 20 und 8 Uhr ist die Parkzeit nicht begrenzt.

Nach Remscheider Wunsch soll die Probe-Öffnung vom 1. Februar bis 31. Juli 2010 dauern. Zuvor muss die Stadt allerdings der Bezirksregierung Parameter vorlegen, wie sie den Erfolg messen möchte. Dazu müssen betroffene Einzelhändler ihre Umsatzentwicklung darlegen; Vermieter und Mieter müssen befragt werden, und schließlich ist eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts gefordert. Eine weitere Hürde ist die Finanzierung von mindestens 3000 Euro für die notwendigen Umbauten, die mit Hilfe Dritter, vor allem der Geschäftsanlieger, aufgebracht werden muss. Von den Geschäftsleuten haben zwar viele bereits ihre Zustimmung zur Öffnung erklärt (die Befragung läuft noch), finanziell beteiligen wollen sich aber wenige.

Auf der anderen Seite formiert sich Protest von Anwohnern: Dem Seniorenbeirat wurden nach Mitteilung von Oberbürgermeisterin Wilding 28 Protestschreiben gegen die Öffnung abgegeben, der Beirat stimmt mehrheitlich dagegen. Im Stadtrat stimmte nur Die Linke gegen die probeweise Öffnung, alle anderen Fraktionen sehen — trotz noch offener Fragen — eine wichtige Chance für den Einzelhandel darin.

(RP)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort