Allee-Center: Polizei warnt vor Taschendieben

Allee-Center in Remscheid: Polizei warnt vor Taschendieben

Langfinger nutzen das Gedränge auf Weihnachtsmärkten und in Einkaufszentren, um in einem Moment der Unachtsamkeit zuzuschlagen. Die Polizei klärt über Taschendiebe auf.

Trickdiebe sind zwar das ganze Jahr unterwegs, doch besonders während des Weihnachtsgeschäfts haben dreiste Langfinger Hochkonjunktur, sagt Polizist Eckhard Klesser: „Sie nutzen das Gedränge auf Weihnachtsmärkten und in Einkaufszentren, um in einem Moment der Unachtsamkeit zuzuschlagen.“ Wie schnell das gehen kann, erfuhren am Mittwoch gleich mehrere Passanten im Allee-Center – und zwar im Rahmen der landesweiten Polizeiaktion gegen Taschendiebstahl.

Kurz abgelenkt vom hübsch funkelnden Inventar im Schaufenster – und schon ist es passiert: Eckhard Klesser greift gekonnt in die halbgeöffnete Handtasche von Ramona Nowak, die nichtsahnend weiterläuft. In diesem Moment hätte die Geldbörse weg sein können, wenn es sich bei Klesser um einen gemeinen Taschendieb gehandelt hätte. Statt das Portemonnaie zu entwenden, hatte der Polizist der Lenneperin eine kleine Visitenkarte in die Tasche gelegt. Darauf zu sehen: ein roter, grimmig schauender Smiley und das Wort „Taschendiebe“. Er sprach sie an, klärte sie auf.

„Die Reaktion auf unsere Aktion fällt unterschiedlich aus“, sagt Kollege Michael Haase. Das Thema sei zwar weitläufig bekannt, die Aktion seit mindestens sechs Jahren fester Bestandteil ihrer Arbeit, und dennoch käme es jedes Jahr erneut zu Zwischenfällen. „Der größte Feind ist die Routine“, sagt Klesser: „Vier bis sechs Wochen nach unserer Aktion denken die Leute vielleicht noch daran, danach kehrt wieder die Gewohnheit zurück.“

Eine kurze Beobachtung machte deutlich, dass sich Remscheider im Vergleich zu Passanten in der Taschendiebstahl-Hochburg Köln offenkundig sicher fühlen, was sie statistisch betrachtet auch dürfen. In der Seestadt auf dem Berge wurden die wenigsten Fälle von Taschendiebstahl im Bergischen Städtedreieck registriert.

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„2016 waren das 184, 2017 128 Fälle. Und auch für dieses Jahr erwarten wir rückläufige Zahlen“, stellt Haase klar. Dennoch sei immer Vorsicht geboten: „Besonders gefährdet sind Rucksackträger“, stellt Klesser fest: „Wir raten dazu, Wertsachen und Taschen nah am Körper zu tragen, darauf zu achten, dass Taschen verschlossen sind, am besten mit Reißverschluss.“

Unterstützung erhielten die Beamten von den beiden ehrenamtlichen Seniorensicherheitsberatern Salvatore Zito und Gabriele Gusdorf. Beide sind seit zehn Jahren in der Prävention tätig, weil sie selbst schon Opfer von Diebstahl wurden. „Das ist ein ganz übles Gefühl“, äußert Gusdorf, der viel daran liegt, die Bevölkerung immer wieder für das Thema zu sensibilisieren. „Ich glaube in zehn Jahren haben wir einiges bewirkt.“

Ursemarie Finger (80) ließ sich von den Seniorensicherheitsberatern informieren und aufklären. „Ich finde das sehr gut und wichtig, dass immer wieder darauf aufmerksam gemacht wird. Ich merke ja selbst, wie schnell es geht, dass man kurz abgelenkt ist.“ In Remscheid fühle sich die Seniorin zwar vergleichsweise sicher, dennoch achte sie stets darauf, ihre Handtasche nah am Körper zu tragen und am besten noch den Arm drüber zu legen. Sicher ist sicher.

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