Alle zieht’s ins Remscheider Freibad

Remscheider pilgern ins Eschbachtal : Alle zieht’s ins Freibad

Das Freibad Eschbachtal hat den ersten Besucherrekord in dieser Saison hinter sich. Von Freitag bis Sonntag pilgerten am vergangenen Wochenende 5000 Badegäste ins Grüne. In den kommenden Wochen werden Investitionen getätigt.

Auch nach 40 Jahren im Beruf lässt Jürgen Beelte die Schönwetterperiode nicht kalt. „Du schließt morgens die Kasse auf und schaust in glückliche Kindergesichter, die Schlange stehen und sich auf das Becken freuen.“ Routine kommt da nicht auf. Das Freibad Eschbachtal hat den ersten Besucherrekord in dieser Saison hinter sich. Von Freitag bis Sonntag vergangenes Wochenende pilgerten knapp 5000 Badegäste ins Grüne, allein am Sonntag, dem Spitzentag, strömten 2500.

Auch gestern am frühen Mittag suchten schon 300 Gäste die Abkühlung – trotz Schule und Wochentag. Jürgen Beelte, Meister für Bäderbetriebe und seit 1995 hauptverantwortlich für die Freizeitanlage, hat in Deutschlands ältestem Binnenfreibad vieles erlebt, momentan aber, sagt er, „ist es ein Wunschkonzert“. Das Freibad werde seinem Anspruch als „Familienbad mit nettem Publikum“ voll gerecht. Auch die Zahlen stimmen. Bislang waren es etwas über 10.000 Besucher, die seit der Eröffnung am 10. Mai den Weg zum Schwimmen an der Stadtgrenze zu Wermelskirchen fanden und ins 23 Grad warme Wasser hüpften.

Für Stefan Grote, seit 1997 Vorsitzender des Fördervereins Freibad Eschbachtal, lässt sich der Erfolg an den Nummernschildern auf dem Parkplatz ablesen: „Da findet man Wuppertaler, Solinger, Kölner und Oberbergische Kennzeichen.“ Auch er weiß gegenüber früheren Zeiten, dass es in den Becken und auf den Wiesen davor im Gegensatz zu früher sehr friedlich zugeht. Grote führt dies auch auf den Einsatz von Security-Kräften zurück, die ab einer bestimmten Besucherzahl hinzugezogen werden.

Die ersten acht Wochen waren von der Resonanz ein Auf und Ab. „Es gilt die einfache Formel: Bei schlechtem Wetter ist das Bad leer, bei tollem Wetter wird es voll“, sagt Beelte. Momentan kann sich das Team um Jürgen Beelte, Dennis Halbach und Marc Ottenstroer nicht beklagen. Die Prognosen für die nächsten Tage versprechen einen beständigen Sommer. Auch die großen Sorgen um die ausreichende Zahl an Rettungsschwimmern sind deutlich geringer geworden.

Ohne die Aufpasser vom Fach am Beckenrand gibt es keinen Badebetrieb. 19 stehen auf der Liste des Freibades Eschbachtal. „Zehn davon waren allein am vergangenen Wochenende im Einsatz“, sagt Beelte. Weitere Rettungsschwimmer seien aber willkommen, ermuntert der Meister für Bäderbetriebe, über 18-Jährige mit einem DLRG-Rettungsschein Silber sich zu melden.

Investitionen werden in den kommenden Wochen getätigt. Dank einer Spender der Stadtsparkasse (2500 Euro) kann die durch einen Sturmschaden zerstörte Zaun- und Toranlage unweit der Gastronomie repariert werden. Eine weitere Spende an den Förderverein von 2300 Euro, gestiftet von der Bewährungshilfe, wird verwendet, um die Zuwegung, speziell den Fluchtweg für das 2. Eschtival, zu verbessern.

Das Konzertwochenende (7. bis 9. September) im Freibad Eschbachtal, ein Höhepunkt nach der Schwimmsaison, beschäftigt Sportamt und Förderverein intensiv. Stefan Grote sieht den Vorverkauf im Vergleich zu 2017, als „Köbes Underground“ das Zugpferd war, deutlich besser. Noch diese Woche hoffen Sportamt und Förderer von den Tickets für das Open Air die ersten 1000 verkauft zu haben. „Wir gehen davon aus, dass es am 7. September bei den ‚Höhnern‘ 3000 Besucher werden und tags darauf zu ‚Casa d’ Locos‘ und ‚Jürgen Drews‘ 2000 Besucher kommen werden“, sagt Stefan Grote. Die Einnahmen könnten dann wieder in den Erhalt und die Modernisierung des Bades investiert werden.