Wohnen in Remscheid : Alle unter einem Dach

Der Verein „Wohnraum 55+“ möchte das Mehrgenerationenwohnen gerne in Lüttringhausen realisieren. Er hat sich für ein Grundstück Am Schützenplatz beworben.

Bauland ist in Remscheid mehr als begehrt. Schon lange besteht deshalb großes Interesse an dem Grundstück an der Straße Am Schützenplatz in Lüttringhausen, auf dem bis zum Brand 2012 die Grundschule Eisernstein stand. Im März soll die Offenlegung des Bebauungsplans 668 erfolgen, die rund einen Monat dauert. Ein wichtiger Baustein, damit der Bebauungsplan rechtskräftig wird.

Mit großem Interesse verfolgen auch Ulrich und Dagmar Banck die Schritte für das Bauland. Denn die beiden würden dort künftig gerne wohnen. Die Lage ist zentrumsnah und ideal für die Umsetzung eines langgehegten Traums: das Mehrgenerationenwohnen. Bereits 2017 gründete das Ehepaar den Verein „Wohnraum 55+“, fand schnell Mitstreiter für das Projekt, das sich nun um eine Fläche im westlichen Teil des Geländes beworben hat.

Ursprünglich forcierte der Verein eine Kooperation mit den Lütteraten, wollten in einen möglichen Neubau für die Stadtteilbibliothek am Schützenplatz mit einziehen. Da sich nun ein Umzug der Bücherei in die alte Feuerwehrwache abzeichnet, hat der Verein nun selbst die Initiative ergriffen. Unterstützung für das Vorhaben erhält der Verein unter anderem vom „Runden Tisch 50+“.

Ziel des Mehrgenerationenwohnen ist es, im Alter zwar in einer eigenen Wohnung, aber in einem Haus mit einer Gemeinschaft mit verschiedenen Aktivitäten zu leben, sich gegenseitig unterstützt. Eine Zusammenarbeit mit den Lütteraten schließe der Verein nicht aus, erklärt Vereinsvorsitzender Ulrich Banck. Die Wohngemeinsacht, die aktuell aus 14 Mitglieder im Alter zwischen 55 und 68 Jahren besteht, könnte sich etwa in ein mögliches Café miteinbringen.

Sollte der Verein die Zusage für eine Fläche erhalten, werden zwei Mitglieder das Grundstück für das Projekt erwerben würden. Der Rest, sowohl Paare als auch Alleinstehende, beteiligen sich als Wohnungskäufer oder Mieter an der Finanzierung. Banck rechnet mit einer benötigten Fläche von rund 1200 Quadratmetern, um bis zu acht identische Wohnungen mit einer Größe von rund 70 Quadratmetern zu bauen.

„Wir wollen bezahlbaren Wohnraum schaffen“, betont Banck. Er geht von etwa einer Millionen Euro als Investitionssumme aus. Der Verein wolle die Planung des zweigeschossigen Hauses zum größten Teil selbst in die Hand nehmen. Unterstützung holen sich die Mitglieder bei der Wohnbund-Beratung NRW.

Die Einbindung der Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz, die im vergangenen Jahr für den B-Plan festgelegt wurden, seien kein Problem für den Verein, versichert Banck. Zu den Vorgaben zählt etwa die Begrünung der Dächer oder ein Verbot von Schottergärten.

Die Pläne des Vereins finden auch Zustimmung bei der Verwaltung. Immerhin wäre es das erste Projekt der Art in der Stadt. Bevorzugt wird er deshalb aber nicht. „Noch ist nichts vergeben. Jeder hat die gleichen Chancen“, betont Ingo Lückgen, Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Liegenschaften. Zurzeit erarbeite man ein Konzept zur Vergabe der Grundstücke, bei der man auch ergebnisoffen die Bewerbung des Vereins im Hinterkopf habe. Alle Anfragen der Interessenten werden gesammelt.

Im Hintergrund laufen zudem die Ausbauplanungen zum Baugebiet, sagt Christina Kutschaty von der Stadtentwicklung. Die Erschließung der Fläche wurde zudem extern vergeben, um die Umsetzung zügig vorantreiben zu können.