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Aktion Stadtradeln in Remscheid: Radfahren für ein besseres Klima

Aktion Stadtradeln in Remscheid : Radfahren für ein besseres Klima

Mit der Aktion „Stadtradeln“ soll gezeigt werden, dass es auch andere Möglichkeiten gibt zur Arbeit zu kommen als mit dem Auto. 40 Hobbyradler nahmen an der ausgiebigen Fahrradtour zum Auftakt teil.

Knapp 40 Remscheider stiegen am Samstagvormittag zum Auftakt der dreiwöchigen Klima-Kampagne „Stadtradeln“ aufs Rad, um die ersten 16 Kilometer auf ihrem Kilometer-Konto bei einer ausgiebigen Fahrradtour vom Hauptbahnhof durch das Morsbachtal zu sammeln. Die Kampagne läuft noch bis zum 9. Oktober. Ziel ist es, den Radverkehr zu fördern und durch den Verzicht aufs Auto das Klima zu schützen.

Kurz vor Abfahrt um 11 Uhr hatten sich die Hobbyradler vor dem Kino am Hauptbahnhof eingefunden, allen voran die Mitglieder des Radsportvereins Adler Lüttringhausen in ihren rotweißen Trikots, die diese Tour im Vorfeld organisiert und konzipiert hatten. Neben den offensichtlich trainierten Radsportlern hatten sich allerdings auch einige ältere Teilnehmer sowie Familien mit Kindern für die Tour angemeldet, bemerkte Monika Meves vom Fachdienst für Umwelt erfreut. „Trotz der Pandemie haben sich ähnlich viele Teilnehmer gemeldet wie im vergangenen Jahr“, äußerte Meves. Arno Olbertz von den Lüttringhauser Adlern hatte sich im Vorfeld mit seinen Vereinskollegen die Streckenführung vom Hauptbahnhof über die Werkzeugtrasse zum Hasten und von dort über das Morsbachtal, die Hermannsmühle und Haddenbach zurück zum Ausgangspunkt überlegt und vorab abgefahren. „Die Topografie ist in Remscheid ja schon etwas schwierig für Hobbyradler. Daher haben wir versucht, eine Strecke für alle zu finden.“

Adlerin Petra Woche fährt zwar regelmäßig Rad, aber auf der Werkzeugtrasse war sie bislang noch nie unterwegs. „Ich denke, die Trasse und die tolle Landschaft im Tal wird zu den Highlights der Tour gehören.“ Birgit Henke, ebenfalls Mitglied der Lüttringhauser Adler, nahm bereits im vergangenen Jahr teil und erzielte die meisten Kilometer als beste Frau im Team. Das Rad nutzt sie nicht nur für ihren Sport, sondern auch als Vehikel zur Arbeit. Auch wenn die Strecke der Tour für sie und Kollegin Woche als geübte Radlerinnen eher anspruchslos ist, war es für sie selbstverständlich, dabei zu sein: „Unsere Motivation ist es, mit gutem Beispiel voranzugehen und andere fürs Radfahren eventuell auch für den Vereinssport zu begeistern, vor allem Kinder“, äußerte Woche.

Romi (7) und Farin (6) mussten von Papa Benjamin Jungbluth nicht lange überredet werden, um an der Fahrradtour teilzunehmen. Die Kinder freuten sich auf die längere Ausfahrt, obwohl sie das Rad täglich für ihren Schulweg oder für den Weg zum Schwimmunterricht nutzen, wie Romi erzählte. „Ich finde das Fahrrad als Verkehrsmittel sehr wichtig und ich persönlich fühle mich auch sicher, weil ich das lang genug mache“, sagte Vater Jungbluth. Bei den Kindern müsse man früh anfangen, um sie verkehrstauglich zu erziehen. „Das müsste in den Schulen stärker gefördert werden.“ Doch es brauche noch Unterstützung und Sensibilisierung auf der anderen Seite. „Ich fände es wichtig, wenn die Politik signalisieren würde, dass Radfahrer ernstgenommen werden, vor allem, wenn neue Straßen und Kreuzungen geplant werden, dürfte es nicht schwer sein, nicht nur an den Autoverkehr zu denken, sondern auch Radfahrer und Fußgänger im Blick zu behalten.“ Den Radfahrern müsste mehr Platz auf den Straßen eingeräumt werden. „Ich denke, wenn mehr Platz da wäre, dann würden sich auch mehr Leute aufs Rad trauen.“ Im Umkehrschluss würden weniger Autos fahren, die den aktuellen Platz dann nicht bräuchten. Eine fahrradfreundliche Ampelschaltung, abgesenkte Bordsteine oder Haltebügel an Ampelmasten könnten ein Anfang zur Verbesserung des Radverkehrs sein. „Aber auch das Stadtradeln ist dafür gut“, findet Jungbluth. „Um solche Probleme aufzudecken und auf sie hinzuweisen.“