Äthiopien: Mit der Kamera im Kaffeewald

Filmemacher aus Remscheid : Mit der Kamera im Kaffeewald

Der Filmemacher Michael Schumacher ist in der ganzen Welt unterwegs. Eine Doku drehte er nun in Äthiopien.

Seit 35 Jahren sitzt Michael Schumacher mit seiner Firma RS-Film in Remscheid. Der Filmemacher ist aber in der ganzen Welt unterwegs. Zwei neue Dokumentationen werden Mittwoch, 15. Mai, und Samstag, 1. Juni, im TV ausgestrahlt. Das Thema des ersten Films liegt ihm am Herzen. „Schluss mit Zirkustieren? Tierschützer gegen Zirkusbetriebe“ heißt die 30-minütige Dokumentation, die filmisch in Remscheid ihren Anfang nimmt. Als im September 2018 Tierschützer gegen den Moskauer Circus auf dem Schützenplatz demonstrierten, war Schumacher mit der Kamera dabei und baute die Bilder als Anfangssequenzen in den Film ein.

„Seine persönliche Meinung muss man dabei erstmal zurückstellen“, sagt Schumacher, der mit seinem Team und Tierschutzorganisationen verschiedene Zirkusse besucht hat. Dabei hat er zum Beispiel in Spanien schlimme Szenen mit ansehen müssen, wo Aktivisten Löwen aus einem heruntergekommenen Zirkus retteten. „Natürlich wird man da innerlich wütend“, gibt der Filmemacher zu. Aber er sei auch dankbar, mit der Kamera dabei sein zu können und die Arbeit und Aktionen der Tierschützer zeigen zu können.

Das Thema Tiere und Tierschutz begleitet Schumacher schon lange. Entstanden sei diese Spezialisierung vor einigen Jahren, als er vermehrt Aufträge für Tierfilme bekam. „Das ging dann immer mehr in Richtung Tierschutz“, sagt er. Vor drei Jahren begleitete er die Organisation „Sea Shepherd“ bei der „Jagd auf Delfinjäger“ – so der Titel des Films – auf die Färöer Inseln, unter anderem auf Malta wurde er Zeuge einer „Jagd auf Vogeljäger“.

Noch weiter weg führte Schumacher der Auftrag zur Geo-Reportage „Äthiopien, Heimat des Kaffees“. Für die Geo-Reihe war RS-Film schon oft unterwegs. 16 Filme in neun Jahren hat Schumacher für sie gemacht. Als die Anfrage für Äthiopien kam, habe der Auftraggeber offene Türen eingerannt. In dem ostafrikanischen Land war Schumacher noch nie. „Das war mal was Neues“, sagt er. Sechs Monate habe es von der Idee bis zum fertigen Drehbuch gedauert. Der Filmemacher ist Autor und Regisseur zugleich, organisiert seine Reisen und die Protagonisten. Einfach drauf los filmen könne man nicht. Die Anforderungsprofile seien heutzutage unterschiedlich geworden. Generell habe sich die Landschaft in dieser Art von TV-Formaten verändert.

Zweimal zwei Wochen war er in Äthiopien. Zum Team gehören auch seine Tochter und sein Sohn, denn RS-Film ist ein Familienunternehmen. In der ersten Phase habe er in Afrika nach dem roten Faden seiner Geschichte gesucht. „Ein Film steht und fällt mit den Menschen vor der Kamera“, sagt der Profi. Für das Filmteam ging es auch in die ehemalige Provinz Kaffa, Namensgeberin des heute weltweit verbreiteten Heißgetränks.

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