1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Abiturfeiern in Remscheid auf Sparflamme

Hochschulreife in Corona-Zeiten : Abiturfeiern in Remscheid köcheln auf Sparflamme

Nun steht fest, was zuvor schon in den Medien kursierte: Einen Abiball mit Sekt und viel Trara wird es in diesem Jahr nicht geben. Das geht aus einem Erlass von Ministerin Yvonne Gebauer hervor, den die Leiter der weiterführenden Schulen seit Freitag haben.

Thomas Giebisch, Leiter des Leibniz-Gymnasiums, zeigt sich dennoch erleichtert: „Der Erlass vom 29. Mai ist eine gute Nachricht für unsere 72 Abiturienten.“ Denn die Verordnung definiere die Ausgabe von Abschlusszeugnissen und Schulentlassungen als „schulisch-dienstliche Nutzung der Schule im Sinne der aktuell geltenden Coronabetreuungsverordnung“ – und das ausdrücklich „unter Beteiligung von Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schülern“. Konkret heiße das: „Eltern und Erziehungsberechtigte dürfen an einer Abschlussveranstaltung teilnehmen, ohne dass wir hierfür die Genehmigung des Ordnungsamtes einholen müssen.“

Ganz überraschend kam das nicht: Schon am Donnerstag hatte sich auch unter den Remscheider Schulleitern herumgesprochen, dass Gebauer die Übergabe von Abschlussfeiern als „wichtiges Ereignis für die ganze Familie“ betrachtet. Es wäre „ein schmerzlicher Verzicht, den Schülerinnen und Schülern und ihren Familien diesen ganz besonderen Moment der Freude und des Stolzes vorzuenthalten“, so die FDP-Politikerin im Vorfeld des Erlasses. Damit hatte sie bereits eine Sonderregelung angedeutet, die aber explizit nicht für Abibälle gilt: Diese würden „als privat organisierte und sehr gesellige Veranstaltungen nicht unter die beabsichtigte Regelung fallen“.

Dieser Wortlaut zusammen mit dem Erlass zeigt laut Stefanie Pirags aus der erweiterten Schulleitung des Röntgen-Gymnasiums deutlich, was nicht geht: „Der gesellige Teil der Schulentlasssungen wird entfallen.“ Kein Umtrunk also und auch kein Buffet in der großen Aula der Lenneper Schule, „wo Ende Juni hoffentlich alle 83 Abiturienten, vielleicht bei gutem Wetter auch draußen auf dem Schulhof, ihre Zeugnisse erhalten sollen“. Pirags, die sich als Oberstufenkoordinatorin in die Gemütslage des sogenannten „Corona-Jahrgangs“ besonders einfühlen kann, erwartet den Umständen zum Trotz „eine würdevolle Zeugnisausgabe“. Wie genau sie aussieht und „ob die Urkunden eventuell zeitlich gestaffelt doch in der schuleigenen Aula übergeben werden“, könne sie jetzt noch nicht sagen. Es habe aber schon viele Anfragen dazu gegeben.

Unsicherheit besteht auch noch an der EMA, wo die Verleihung der Zeugnisse an die mehr als 120 Abiturienten laut Schulleiter Rainer Schulz zwar auch in der Aula erfolgen könnte, bei Einhaltung der Hygiene-Vorschriften aber gleichfalls nur „in mehrere Phasen unterteilt“ und „nicht in einem Schub“. Das ginge ebenso wenig am Leibniz-Gymnasium, wo Schulleiter Giebisch schon Vorgespräche mit der Alten Schlossfabrik in Solingen geführt hat und auch den Jahnplatz in Lüttringhausen sowie die Dreifachsporthalle in Klausen als etwaige Veranstaltungsorte nicht ausschließen möchte. „Scherzhaft habe ich sogar schon über das Autokino auf dem Schützenplatz nachgedacht“, fügt er hinzu.