Remscheid: Abellio entlässt Zugführer nach Unfall der S 7

Remscheid: Abellio entlässt Zugführer nach Unfall der S 7

Unternehmen geht von "menschlichem Versagen" aus und zieht die Konsequenzen. Amt untersucht weiter.

Für den Betreiber des "Müngsteners" , das Eisenbahnunternehmen Abellio, ist die Ursache des Zusammenstoßes eines Zuges der S 7 mit einem Auto auf dem Bahnübergang an der Blumentalstraße am Abend des 25. Januar geklärt. "Es war menschliches Versagen", sagte Sprecherin Anamaria Preuss gestern auf BM-Nachfrage.

Wie bereits berichtet, hatte die Auswertung der Protokolle ergeben, dass der Fahrer auf dem Weg vom Remscheider Hauptbahnhof nach Solingen ein Haltesignal überfahren hatte. Daraufhin wurde die automatische Bremsung durch ein Magnetsystem an den Schienen ausgelöst. Warum der Zug nach der Zwangsbremsung dennoch weiterfuhr und am geöffneten Bahnübergang dann mit einem Mercedes kollidierte, war bisher noch offen.

Abellio schließt technische Fehler mittlerweile aus. Eine Untersuchung des Unfallzuges habe gezeigt, dass die Sicherungs-Systeme einwandfrei funktionieren. Und auch die Technik am Bahnübergang weise keinerlei Fehler auf, gibt Preuss die Informationslage von Abellio wieder. Für das Unternehmen ergibt sich daraus der Schluss, dass der Fahrer nach der Zwangsbremsung durch die Magnettechnik am Unfallabend die Fahrt aus eigener Entscheidung fortgesetzt habe. Darum habe man sich entschieden, den Mann zu entlassen, sagt Preuss.

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Für die Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (EUB) mit Sitz in Bonn ist der Fall noch nicht offiziell abgeschlossen, berichtet Sprecher Moritz Huckebrink. Zum konkreten Stand der Ermittlungen wollte er sich gestern allerdings nicht äußern. Ziel der Untersuchungen sei nicht, die Schuldfrage zu klären. Vielmehr will das Amt herausfinden, wie es zum Unfall kam und wie ähnliche Fälle zukünftig verhindert werden können.

Die Grünen regten in der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid in dieser Woche an, die Verkehrsituation am Bahnübergang neu zu regeln. Eine abknickende Vorfahrt aus der die Gleise kreuzenden Blumentalstraße in die Alexanderstraße könne dafür sorgen, dass es keine Rückstaus bei geöffneter Bahnschranke mehr gebe.

(RP)