A1: Schlupfloch für Wildtiere ist gestopft

Schweine und Rehe hatten am Donnerstag den Verkehr lahmgelegt : Wild stand an der Fahrbahn – Zaun an Autobahn ist repariert

Polizei und Jäger hatten am Donnerstag eine gefährliche Situation an der A 1 entschärft. Durch ein Loch im Zaun waren Wildtiere nah an die Anschlussstelle Wermelskirchen vorgedrungen. Straßen NRW: Zäune werden kontrolliert.

Eine beruhigende Botschaft: Der defekte Zaun im Bereich der Autobahnanschlussstelle Wermelskirchen ist repariert. Durch dieses Schlupfloch waren am Donnerstagnachmittag Wildtiere gedrungen: Rehe, Wildschweine und Füchse – eine gefährliche Situation, denn sie waren nur wenige Meter von der Fahrbahn entfernt.

Dass schwere Unfälle durch Abbrems- und Ausweichmanöver noch verhindert werden konnten, ist dem rechtzeitigen Eingreifen von Polizei und Jägern zu verdanken: Die Beamten sicherten den Verkehr und sperrten schließlich vorübergehend die Autobahn in beiden Richtungen. Laut Polizeiangaben mussten Jäger angefordert werden, um die Tiere zu vertreiben. Vier Rehe mussten am Ende erlegt werden. Die Schweine hatten vorher das Weite gesucht.

Auslöser für den Vorfall sei wahrscheinlich die Druckjagd gewesen, sagt Hegeringleiter Norbert Drekopf, der allerdings nicht vor Ort war. „Da die Ausbreitung der Schweinepest näher rückt, müssen die Jäger verstärkt Schwarzwild schießen.“ Sie treiben die Rotten mit Hunden, um sie schließlich zu erlegen. „Die Schweine sind aber ausgesprochen schlau, suchen Deckung, bleiben liegen und lassen die Treiber vorbeiziehen“, berichtet Drekopf.

Am Donnerstag suchten sie diese Deckung offenbar in Autobahnnähe. Es sei beobachtet worden, dass nur noch eine niedrige Betonwand an der A 1 die Tiere von den Fahrbahnen trennte. Auch Rehe und Füchse, wahrscheinlich auch durch die Jagd aufgescheucht, hielten sich dort auf. Ihnen war es nach Angaben der Polizei gelungen, an mehreren Stellen einen kaputten Wildschutzzaun zu überwinden. Diese Zäune seien stabil und tief im Boden verankert, um der Kraft einer Wildschweinrotte zu widerstehen, erklärt Drekopf. Als die Jäger im Einsatz am Donnerstag waren, wurde die A1 komplett gesperrt. Es bildete sich ein 15 Kilometer langer Stau.

Zuständig für die Wildzäune entlang der Autobahn ist Straßen NRW. „Die Zäune werden regelmäßig konrolliert“, sagt Sprecherin Susanne Schlenga. Zweimal in der Woche erfolge eine Sichtkontrolle, das heißt, die Mitarbeiter der Straßenmeisterei fahren die Strecke ab und schauen sich den Zustand der Zäune an. Dabei seien allerdings je nach Lage und Bewuchs nicht alle Stellen einsehbar. Zwei Mal im Jahr werden die Zäune zusätzlich kontrolliert, auch die versteckten Bereiche. Wie der Zaun beschädigt wurde, ob durch Wildtiere oder mutwillige Zerstörung, könne man nicht nachvollziehen.

„Wir sind dankbar für Hinweise. Wer solche Beschädigungen sieht, kann sich bei der Autobahnmeisterei melden“, so die Sprecherin. Dies geschehe bereits häufig, insbesondere Jäger und Spaziergänger meldeten sich.

Kontakt zur Autobahnmeisterei Remscheid unter Telefon 02191 691200

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