40 Jahre Die Welle in Remscheid

Jugendzentrum in Lennep : Viele Erinnerungen an 40 Jahre „Welle“

Das soziokulturelle Jugendzentrum in Lennep feiert mit Vertretern der Stadt, der Kinder- und Jugendförderung und vielen ehemaligen Stammgästen seinen Geburtstag. Dabei wurde in schönen Erinnerungen geschwelgt.

Seit 40 Jahren Anlaufpunkt für Jugendliche feierte das soziokulturelle Zentrum „Die Welle“ am Wochenende seinen runden Geburtstag. Zu diesem Anlass kamen neben vielen Vertretern der Stadtspitze, der Kinder- und Jugendförderung, auch zahlreiche Weggefährten, die ihre Jugend im ehemaligen Hallenbad verbrachten.

Es war 1979 als Jugendliche das ehemalige Hallenbad in der Wallstraße für sich beanspruchten und zum Jugendtreffpunkt in der Lenneper Altstadt umfunktionierten. Zbigniew Pluszynski, heutiger Geschäftsführer, stieß zwar erst Mitte der 80er Jahre dazu, aber er ist seitdem fester und prägender Bestandteil der Geschichte des Jugendzentrums. Sein erster Eindruck fiel schon damals positiv aus: „Es gab immer einen großen Stamm von Jugendlichen, die immer da waren und an diversen Projekten teilnahmen. Es war eine sehr spannende Zeit mit viel Bewegung“, fasst Pluszynski zusammen.

Eine dieser Stammjugendlichen von damals ist Cinzia Scavello-Cocina, die sich die große Geburtstagsfeier am Freitag nicht entgehen ließ. Für die heute 48-Jährige waren die 80er Jahre eine prägende Zeit: Als Jugendliche verbrachte sie viele Nachmittage in der Welle. „Ich habe nur schöne Erinnerungen von damals“, sagt sie und muss herzlich lächeln. „Wir hatten hier eine reine Mädchengruppe, haben uns aber auch mit den Jungs zum Kickern oder Billardspielen getroffen.“ In der Welle lernte Scavello-Cocina auch ihren späteren Ehemann kennen. „Die Welle war unser zweites Zuhause, eigentlich unser erstes Wohnzimmer, wir waren jeden Tag hier.“

In Erinnerungen schwelgend, gesellt sich auch Veronika Diaz (43) dazu: „Ich gehörte damals praktisch zum Inventar der Welle, habe freitags zur Disco den Käfigdienst (Thekendienst) gemacht und durfte deswegen schon als 16-Jährige länger bleiben“, sprudelt es aus Diaz heraus. Damals auf der anderen Seite befand sich Gerd Dietrich-Wingender, heute Geschäftsführer des Jugendrats, als junger frisch ausgebildeter Sozialarbeiter. Auch er erinnert sich noch gut an die Zeit von damals. „Das waren schon echte Rabauken. Und wenn man sie heute sieht, kann man gar nicht glauben, wie viel Zeit vergangen ist“, sagt Dietrich-Wingender und schaut dabei auf Martin (48) und Tino (42). „Das war eine ganz tolle Zeit“, erinnert sich Tino und muss lachen, während er Martin anschaut, dem offenkundig im selben Moment ähnliche Bilder durch den Kopf zu laufen scheinen. In der Welle testeten die Heranwachsenden ihre Grenzen aus und hatten das Glück Menschen wie „Gerd“ und „Zbigniew“ an ihrer Seite zu wissen. „Sie haben uns schon mal an den Ohren gezogen, wenn es nötig wurde“, gesteht sich Martin ein. Die Zeit, sagen beide, war prägend.

Bei der Geburtstagsfeier trat auch die Band Die Schöne und der Grieche auf. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

40 Jahre sind vergangen und sowohl in der Welle, als auch im Angebot oder in der Arbeit mit Jugendlichen hat sich einiges verändert, weiß Pluszynski. Heute kämen die Jugendlichen nicht einfach so vorbei oder regelmäßig in großen Scharen. Heute locken punktuelle Angebote das Interesse einer viel beschäftigten Jugend. Die Vernetzungsarbeit des Zentrums ist ein ebenso wichtiger Baustein, wie das soziokulturelle Angebot, dass sich die Welle seit 1995 auf die Fahne schreibt. Nur eines hat sich in 40 Jahren nicht verändert, betont Pluszynski: „Unser Ziel ist es nach wie vor, Jugendliche auf dem Weg zu unabhängigen und mündigen Menschen zu begleiten.“

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