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Zweite Schule startet Petition für Luftfilter in Schulklassen

Ratingen : Mehr Eltern fordern Luftfilter für Schulen

Nachdem Eltern der Anne-Frank-Schule in der vergangenen Woche 748 Unterschriften an das Schulverwaltungsamt übergeben haben, startet jetzt auch die Christian-Morgenstern-Schule eine Petition.

Erst vor wenigen Tagen überreichten Eltern der Anne-Frank-Schule in Ratingen dem Schulverwaltungsamt knapp 750 Unterschriften einer Online-Petition. Ihre Forderung: Luftfiltergeräte für Schulklassen. Die Verwaltung versprach bei der Übergabe, sich die Situation vor Ort anzusehen und zu bewerten. Die Aktion fand nun Nachahmer. Eltern einer zweiten Schule bringen jetzt eine Unterschriftensammlung auf den Weg.

Auch an der Christian-Morgenstern-Schule (CMS) in Homberg können die Eltern nicht nachvollziehen, warum die Schulen keine Mittel bekommen, obwohl das Land NRW Fördermittel in Höhe von 50 Millionen Euro bereitstellt. Die Eltern rechnen, wie an der Anne-Frank-Schule, mit Kosten von rund 50.000 Euro für die Ausstattung der Schulklassen. Eine Summe, die sie selbst nicht aufbringen können. „Und selbst wenn das Geld zusammenkäme, dürfen solche Luftfiltergeräte nicht ohne Genehmigung der Stadt und Schulverwaltung aufgestellt und in Betrieb genommen werden“, heißt es in der Petition.

„Wir schließen uns der Petition der Anne-Frank-Schule (AFS) an und fordern nicht nur eine Gleichbehandlung und Gleichberechtigung, sondern das Beste für unsere Kinder, weil sie unsere Zukunft sind. Ferner wollen wir – und sicherlich alle Menschen – dass die Pandemie möglichst bald als beendet erklärt werden kann. Hierzu muss wirklich alles getan werden“, so die Homberger Eltern.

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Sie machen darauf aufmerksam, dass durch permanentes Stoßlüften eine Sicherheitsvorschrift ausgehebelt wird: „Auch bei uns an der CMS haben die Fenster keine Sicherung, sodass täglich die Angst vorherrscht, dass ein Kind aus einem geöffneten Fenster stürzt. Die aktuellen Corona-Verordnungen zum Lüften nimmt die Lebensgefahr oder zumindest die Verletzungsgefahr für die Kinder in Kauf.“

Die Lüftungsvorschrift sei in jeder Hinsicht völlig kontraproduktiv in Bezug auf einen flüssigen, ungestörten und konzentrierten Unterricht. Es gebe derzeit innerhalb einer regulären Schulstunde eine und in den vorrangigen Doppelstunden sechs Unterbrechungen durch das Öffnen und Schließen der Fenster.

„Eine feste Installation von Luftfiltergeräten macht in jeder Hinsicht Sinn, da sie helfen, die Covid-19 Pandemie schneller zu beenden und auch danach, weitere Infektionsgeschehnisse, die bereits heute prognostiziert werden, in Geschwindigkeit und Ausbreitung einzudämmen“, argumentieren die Eltern.

Die Investitionen in die Luftfiltergeräte seien nicht nur punktuell als Ausgaben in der CMS oder der AFS oder anderen Schulen anzusehen, „sondern als Investitionen in die Zukunft, die auf gesunden und gut ausgebildeten Bürgern basiert in einer Gesellschaft, die alle Maßnahmen ergreift, Pandemien zu verhindern und einzudämmen.“

Alle Schulkinder – und auch die Eltern und Arbeitgeber – hätten unter den Schulschließungen im letzten Jahr gelitten. „Anstelle aber nun aktiv etwas für unsere Kinder zu tun und Maßnahmen zur Erhaltung eines regulären Unterrichts zu finanzieren, sollen gerade unsere Grundschulkinder unter den weiteren Risiken leiden?“, ärgern sich die Eltern. Luftfiltergeräte seien sicherlich nicht unumstritten und nur ein weiterer Baustein im Umgang mit der Pandemie, aber sie würden für einen annähernd normalen Unterricht in den Schulen sorgen.