Heiligenhaus: Zwei Städte feiern ihre enge Partnerschaft

Heiligenhaus : Zwei Städte feiern ihre enge Partnerschaft

Gewürdigt wurde die Freundschaft im Abtskücher Museum mit zwei Tagen im Zeichen der Partnergemeinde in Nottinghamshire.

Knapp 600 Kilometer Luftlinie trennen das englische Mansfield vom deutschen Heiligenhaus, und doch sind die Städte in den vergangenen Jahrzehnten eng aneinander gerückt. Seit den 50er- Jahren gibt es einen steten Austausch der beiden Kommunen, der 1972 in eine offizielle Städtepartnerschaft mündete. Gefeiert wurde die deutsch-englische Freundschaft am Wochenende im Abtskücher Museum mit zwei Tagen ganz im Zeichen der Partnergemeinde im englischen Nottinghamshire.

„Dabei ist alles, was die Partnerschaft ausmacht: eine kleine Ausstellung, Pub-Atmosphäre und natürlich Musik“, kündigte der stellvertretende Bürgermeister Heinz-Peter Schreven bei der Eröffnung an. Und für die Musik sorgten die Mansfielder Musiker, für die Heiligenhaus zu einem zweiten Zuhause geworden ist: die Skiffle-Altmeister Kick ‚n‘ Rush. Die drei musikalischen Joker griffen immer wieder mal zu ihren Instrumenten und luden am Samstagabend zu einem kostenfreien Konzert. Schon zur Eröffnung sangen sie mit den Gästen gemeinsam. Das Mansfield-Wochenende, organisiert vom Kulturbüro und Museumskustos Reinhard Schneider, rückte erstmals zu einem Markt die Partnergemeinde in den Mittelpunkt. 1953 legten Georgspfadfinder aus Mansfield und Heiligenhaus den Grundstein zu den späteren Städtepartnerschaften. Bei einem internationalen Treffen auf der Isle of Wight – einer an der Südküste Englands vorgelagerten Insel gegenüber der Stadt Southampton – beteiligten sie sich an einem Ferienlager und knüpften die ersten freundschaftlichen Kontakte.“ Zu ihnen gehörte auch Robert Wehefritz, der auch am Wochenende mitfeierte. Auch Klaus Biehler begleitet den Städteaustausch seit den Anfängen. „Wir möchten auch an den kürzlich verstorbenen Hans Schöttler denken, der zu den Ersten gehörte, der mit dem Fahrrad nach Mansfield gefahren ist“, so Schreven, der bei der Pflege der Städtepartnerschaften von einer Vorreiterrolle in der hiesigen Region spricht.

Und so fällt eines auf: die Freundschaft, die hier gepflegt wird, zu der herzliche Umarmungen genauso gehören wie der Dialog. In Zeiten, in denen der No-Deal-Brexit drohe, sei das Wochenende im Zeichen der Freundschaft der Völker auch ein Plädoyer gegen nationalistische, populistische Tendenzen, sagte Schreven, während Kustos Schneider sein Statement mit einem Europa-Shirt deutlich macht.

Sollte sich das Vereinigte Königreich ohne Abkommen aus der Europäischen Union verabschieden, dann wird sich das auch auf Heiligenhaus auswirken: „Ausstellungen werden kaum noch machbar, und Konzerte werden wegen größerer Zollprobleme nur unter deutlich höherem Aufwand zu organisieren sein“, sagt Jürgen Weger vom Kulturbüro.

Mick Colley aus Mansfield mit einer ausgestellten Grubenlampe aus der britischen Partnerstadt, daneben Museumskustos Reinhard Schneider. Foto: Blazy, Achim (abz)
Ewald König und seine Etageren nach britischem Vorbild. Foto: Blazy, Achim (abz)

Umso wichtiger: Dass sich in den Städten Nachwuchs findet, der die langjährige Arbeit der Pioniere und den Austausch weiterführt.

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