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Zusätzliche Rettungswache eingerichtet

Feuerwehr und Johanniter : Ratingen sieht von Ausgangssperre ab

Feuerwehr und Johanniter haben in Tiefenbroich eine provisorische Rettungswache in Betrieb genommen.

Während beispielsweise die Städte Hilden und Erkrath „Ausgangssperre light“ veröffentlicht haben, die ab Samstag gilt und damit Versammlungen ab zwei Personen verbietet, geht Ratingen einen anderen Weg. Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) der Stadt Ratingen hat sich ebenfalls am Freitag intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, ob über die Erlasse der Landes NRW hinausgegangen werden soll.

Der SAE kam aus mehreren Gründen zu dem Ergebnis, dies vorläufig nicht zu tun. Zum einen habe die Stadt Ratingen in der Corona-Krise stets die Leitlinie verfolgt, dass die Erlasse der NRW-Landesregierung umgesetzt werden. Diese Linie soll auch in dieser Frage beibehalten werden. Ein Alleingang einer Kommune dürfte in der aktuell ohnehin sehr dynamischen und für alle sehr herausfordernden Situation eher für weitere Verunsicherung sorgen.Es verdichte sich der Eindruck, dass die Ratinger sich an die dringlichen Appelle des Bürgermeisters Klaus Pesch und des Feuerwehrchefs René Schubert fruchten. Wie die Stadt Heiligenhaus sich entschieden hat, war gestern Abend nicht zu erfahren

Dagegen ist die Stadt an anderen Stelle aktiv geworden. Einige Bereiche der Stadtverwaltung Ratingen sind in der Corona-Krise stark gefordert, in besonderem Maße zum Beispiel die Feuerwehr. Nicht nur, dass Feuerwehr-Chef René Schubert mit seinem Team den städtischen Krisenstab koordiniert, die Feuerwehr muss auch zu ungewöhnlichen organisatorischen Mitteln greifen, um in jedem Fall einsatzbereit zu bleiben.

So wurde jetzt gemeinsam mit den Kollegen der Johanniter in nur einem Tag eine zusätzliche provisorische Rettungswache in Tiefenbroich in Betrieb genommen. Bürgermeister Klaus Pesch besuchte die Wache, um den Kollegen der Feuerwehr und der Johanniter zu danken – natürlich aus der nötigen räumlichen Distanz.

„Davor kann ich nur meinen Hut ziehen“, sagte Pesch. „In nur einem Tag eine Rettungswache quasi aus dem Boden zu stampfen, das ist eine tolle Leistung, die nur mit größter Einsatzfreude zu bewerkstelligen ist. Es ist in diesen schwierigen Tagen gut zu wissen, dass wir ein so schlagkräftiges Rettungsteam an unserer Seite haben.“

Die provisorische Rettungswache ist in erster Linie eingerichtet worden, um die Einsatzkräfte räumlich zu trennen. Gleichzeitig werden dadurch die Hilfsfristen für den westlichen Teil der Stadt verbessert. „Das ist in der Krise natürlich ein großer zusätzlicher Vorteil“, sagt Feuerwehrchef René Schubert.

Zentraler Grund für das Provisorium ist das Auseinanderziehen der Kräfte, die bei der Feuerwehr schon ganz zu Beginn der Corona-Krise angewendet wurde. „Es darf natürlich nicht passieren, dass die Feuerwehr als kritische Infrastruktur geschwächt oder gar lahmgelegt wird, weil große Teile der Truppe sich in Quarantäne begeben müssen“, sagt René Schubert. „Daher haben wir sehr früh darauf geachtet, dass alle Aktivitäten vermieden werden, bei denen viele Kollegen gleichzeitig zusammenkommen.“