Heiligenhaus: Zugpferd Panoramaradweg

Heiligenhaus: Zugpferd Panoramaradweg

Seit Eröffnung der Trasse im Norden der Stadt im vergangenen Jahr steht der Freizeitwert des Angebots außer Frage. Jetzt nutzt die Stadt den neuen Standortfaktor bundesweit als Werbeinstrument für das geplante Wohngebiet am Nordring.

Es vergeht seit einem Jahr kaum ein offizieller Stadt-Termin, in dem Bürgermeister und Stadtentwickler nicht die Botschaft vom neuen fahrradfreundlichen Ort Heiligenhaus verbreiten. Selbst zum Neujahrsempfang dekorierte man die Bühne mit ausgedienten, buntbemalten Drahteseln. Die Möglichkeit hierzu verschafft seit Mitte vergangenen Jahres ein ambitioniertes Projekt: der Panoramaradweg, der Essen-Kettwig, Heiligenhaus und Velbert mit Wülfrath verbindet. Autofrei und mit maximal drei Prozent Steigung. Jetzt soll der Panoramaradweg als Zugpferd dienen, um vor allem junge Familien für die Stadt zu interessieren.

Diese Idee jedenfalls nahmen die Wirtschaftsförderer an den Stand auf der Münchener Immobilienmesse Expo Real mit. Zwischen Nordring und Abtskücher Straße ist derzeit noch Acker. Genau hier, in unmittelbarer Nähe zur autofreien Radlertrasse, sollen etwa 60 Einfamilienhäuser entstehen. Gestern Abend kam die Heiligenhauser Delegation nach Hause. Von konkreter Vermarktung war noch nicht die Rede, wohl aber – in einem ersten Fazit von Wirtschaftsförderer Peter Parnow – von rege erwachtem Interesse an der Stadt.

Etwas Geduld allerdings werden die Interessenten noch brauchen. Die Planungen für das neue Wohngebiet am "Nordring/Abtskücher Straße" gehen weiter. Auf der Ackerfläche sollen etwa 60 Einfamilienhäusern gebaut werden. Hierfür wird der Bebauungsplan Nr. 70 "Nordring/Abtskücher Straße" aufgestellt, der die Flächen zwischen Parkstraße, Nordring, Abtskücher Straße und dem Panoramaradweg beinhaltet. Parallel gibt es eine Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich "Wohnbaufläche Nordring/Abtskücher Straße". Die Entwürfe beider Pläne mit Begründung, Umweltbericht sowie wesentlichen Stellungnahmen können im Rathaus (zweiter Stock, Fachbereich Stadtentwicklung) bis zum 7. November eingesehen werden. Die Pläne werden auf Wunsch erläutert und jeder kann Stellungnahmen abgeben. Der Panoramaradweg wird derweil längst multifunktional genutzt. So kamen an der Trasse unlängst 150 Jugendfeuerwehrleute zum Einsatz während einer großangelegten Stationen-Ausbildung. Und dafür, dass der Weg allzeit im Topzustand ist, sorgen die Stadtbetriebe zweimal pro Woche in Extraschichten.

(RP)