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Zug wirbt für ein buntes Ratingen

Auf dem Wagen : Zug wirbt für ein buntes Ratingen

Unser Reporter fährt erstmalig auf dem Wagen des Karnevalausschusses mit. Kälte und Nässe tun guter Stimmung keinen Abbruch.

Ohne Orden geht bekanntlich im Karneval nichts. Bevor der Reporter den großen Wagen des Karnevalsauschusses (KA) der Stadt Ratingen betreten darf, hängt Peter Hense ihm kurzerhand einen kleinen, schweren „Bajazzo“ um den Hals. „Jetzt geht es los“, lacht der erste Vorsitzende des KA Ratingen und stellt dem Reporter alle auf dem ersten Zugwagen mitfahrenden Personen an diesem Rosenmontag vor.

Da sind einmal neben den Mitgliedern des KA auch Tina und Georg Wenzel anzutreffen. Ihr königliches Kostüm verrät sie sofort. „Wir sind das aktuelle Schützenkönigspaar der St. Sebastiani Schützenbruderschaft“, sagen sie. Auch Bürgermeister Klaus Pesch – leicht verschnupft – ist anzutreffen sowie das erste Prinzenpaar der Lebenshilfe der Kreisvereinigung Mettmann und die ehemalige Karnevalsprinzessin Traudel.

Die allerletzten Vorbereitungen auf dem Zugwagen Nummer eins laufen: Die Kamellefächer werden nochmals mit Süßem bestückt, Hense checkt das Mikrofon, sein wichtiges Utensil an diesem Tag, und es wird sich so langsam eingetanzt. Denn in wenigen Minuten startet der Rosenmontagszug. Das Regenwetter hat ganz offenkundig die jecken Ratinger nicht abhalten können. Auf dem Wagen und unten am Straßenrand ist die Laune gut. Wie soll es auch anders sein.

Und dann sind es nur noch zehn Sekunden bis zum Start. Die Spannung steigt, gerade beim Reporter, der zum ersten Mal auf einem Karnevalswagen mitfährt.

Hense zählt die Uhr herunter. Pünktlich um 11.11 Uhr setzt sich der „Zoch“ mit rund 85 Zugnummern, darunter 51 Motivwagen, in Bewegung. Ganz hinten in die bunte Umzugskarawane reiht sich der größte Wagen, der des Prinzenpaars Bernd I., und Prinzessin Claudia II. ein. „Das machen wir immer so, damit der Prinzenwagen seinen Zug auch von hinten sehen und in vollem Ausmaß genießen kannn“, sagt Hense.

Die ersten Kamellewürfe werden von einem stimmgewaltigen „Ratingen, Helau, ein dreifaches Zuschauer, Helau“ begleitet. Die Stimmung auf dem Wagen wird immer besser, trotz Kälte und Nässe auf dem Wagen.

Es stimmt, wenn Hense und seine gut aufgelegten Karnevalskameraden sagen: „Es ist so schön zu sehen, wie die Kinder sich über die Kamelle freuen.“ Auch der Reporter findet schnell Gefallen am Werfen der Süßigkeiten.„Helau, Helau“ wird ihm immer wieder entgegengebracht – mit der Bitte verbunden, doch noch mehr Kamelle vom Wagen in die Massen zu werfen.

Unten an den Straßenrändern: leuchtende Kinderaugen in Piraten-, Cowboy- oder Spidermankostümen und wild kostümierte Erwachsene, die genauso auf Kamelle aus zu sein scheinen wie die Kinder. Oben auf dem Wagen: Die Stimmung wird immer besser, Hense heizt per Mikrofon ein.

Das ein oder andere Glas Sekt oder Wein wird getrunken. „Es sind wieder einmal sehr viele Zuschauer – trotz Regens“, zieht „Einheizer“ Peter Hense nach der Hälfte der Zugstrecke eine erste Bilanz. Sein Kollege ergänzt augenzwinkernd: „Es ist großartig hier, besser als in Düsseldorf.“

„Ratingen, ein dreifaches“, ruft Hense den Zuschauern immer wieder zu. Diese antworten: „Helau“. Als Dank bekommen sie Kamelle.

Man schaut in viele bekannte Gesichter, friedlich und fröhlich geht es zu. Ein großes Banner der Lebenshilfe Ratingen wirbt für ein buntes Ratingen – insbesondere in heutigen Zeiten ein wichtiges Signal.

Dann muss der Reporter dringend wieder Kamelle werfen. „Ratingen, Helau“.