Wo Mitsingen ausdrücklich erwünscht ist

Heiligenhaus : Wo Mitsingen ausdrücklich erwünscht ist

Bei der ersten „Stimmabgabe“ von Lutz Strenger und Lothar Meunier haben am Sonntag mehr als 500 Menschen mitgesungen.

Warum der Mitsingabend von Lothar Meunier und Lutz Strenger „Stimmabgabe“ heißt? Na, weil nach zwei Stunden vergnügtem Singen die Stimme weg ist – oder zumindest ganz schön heiser.

Davon ließ sich aber bei der Premiere in der Kant-Aula niemand vom Singen, Schunkeln, Aufspringen oder Mitpfeifen abhalten. Im Gegenteil: Die Stimmgewalt des Zuschauerchores wurde von Lied zu Lied sogar noch kräftiger und wenn viele singen, dann hat das eben immer einen ganz besonderen Klang.

500 Tickets waren für die Jungfernfahrt dieser außergewöhnlichen Veranstaltung mit stimmigen Namen im Vorverkauf raus gegangen, die Lust auf das gemeinsame Singen ist groß. „Wir haben zwar davon geträumt, dass so viele mitmachen, dass die Aula aber tatsächlich so voll ist, damit hätten wir nicht gerechnet“, sagt Lutz Strenger immer noch ziemlich baff.

Ganz schön nervös haben er und Meunier die Bühne am Sonntag betreten und in eine sehr gut besuchte Aula geschaut. Das Konzept ist in anderen Städten als „Rudelsingen“ bereits bestens bewährt, zu live gespielter Musik darf ausdrücklich mitgesungen werden. „So was fehlte in Heiligenhaus einfach noch“, sagt Strenger, der das Ganze bereits in einer anderen Stadt musikalisch begleitet.

Die Idee dazu hatte das musikalische Duo schon länger, das Kulturbüro stieg als Veranstalter mit ins Boot. Und der Vorverkauf dieser Premiere spricht für sich, wie auch Jürgen Weger vom Kulturbüro findet und einer Wiederholung durchaus optimistisch entgegen blickt. Liedideen hat das Duo Strenger und Meunier jedenfalls noch so einige im Gepäck: Im Vorfeld haben sie 50 Lieder zusammen gestellt, zu denen auch Musikwünsche gehörten, die noch bis in die Pausen eintrudelten: „Wir mussten auf 30 Lieder reduzieren und das möglichst breit gefächert.“

Es reichte von Mark Forsters „Und die Chöre singen für dich“ über ein Queen-Medley, so manchem Udo Jürgens Klassiker, Peter Alexanders „Kleinen Kneipe“ auf Wunsch der Schwestern Nike und Flora bis hin zu „En uns‘rem Veedel“ von den Bläck Fööss und traditionellen Volksliedern. Texthilfe gab’s zum Nachlesen auf der Leinwand.

Die „Stimmabgebenden“ von jung bis jung-geblieben kamen dabei nicht nur aus Heiligenhaus, sondern aus dem weiten Umkreis: Inge van Stegen und Hansi Fuhrmann waren aus Duisburg angereist und hellauf begeistert: „Es ist richtig toll, was in Heiligenhaus auf die Beine gestellt wird. Es war richtig schön“, fanden sie. Zum Vergnügen beigetragen, hat übrigens auch das gut eingespielte Duo Strenger und Meunier auf der Bühne, das mit Freundin Birgit zwischenzeitlich zum Trio wurde und unterhaltsam durch den Abend führte.

In der voll besetzten Kant-Aula sangen die Gäste stimmgewaltig mit. Foto: Blazy, Achim (abz)

Dahinter stecken 30 Jahre Freundschaft und Bühnenerfahrung, auch durch die Heiligenhauser Akkordenfreunde. Der Wunsch nach einer Fortsetzung ist beim Publikum groß, der Erfolg lässt sie nun darauf hoffen. Wer noch nicht genug vom Mitsingen hat, der kann am Mittwoch, 1. Mai, im John-Steinbeck-Park weitersingen. Dann lädt der Stadtmarketing Arbeitskreis „Kultur und Gesellschaft“ zum gemeinsamen Singen. Und Lothar Meunier und Lutz Strenger sind auch mit von der Partie.

Mehr von RP ONLINE