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Wo Leseratten sich richtig wohl fühlen

Stadtbücherei Heiligenhaus : Wo Leseratten sich richtig wohl fühlen

Die Stadtbücherei am neuen Standort im Thormählen-Bildungshaus wird immer mehr zum Aufenthaltsort.

Wenn Märchenerzählerin Anna Molitor am Freitag, 20. März, 16 Uhr, in der Stadtbücherei zauberhafte Geschichten rund um den Frühling erzählt, dann werden höchstwahrscheinlich auch wieder viele kleine (ab vier Jahren) und so manche große Heiligenhauser gespannt lauschen. Zum dritten Mal schon wird die Heiligenhauser Märchen-Liebhaberin ihre Freude an den alten Erzählungen teilen – bei freiem Eintritt.

Wie Mitarbeiterin Christiane Elwers berichtet, komme das Angebot sehr gut an und reiht sich damit in eine immer größer werdende Zahl an kleinen Erfolgsgeschichten ein: Seit 2017 ist das Team der Bücherei nun in der neuen Heimat im Thormählen-Bildungshaus an der Kettwiger Straße angekommen. Der Besuch in der Stadtbücherei werde nun gezielter, kaum noch „mal eben“ neben dem Wocheneinkauf. „Wer jetzt zu uns kommt, bringt mehr Zeit mit und hält sich länger hier auf. Manchmal fühlt es sich schon fast an wie auf dem Dorfplatz, wenn die Eltern sich hier treffen und plauschen.“

Dafür steht jetzt zum Beispiel ein Kaffeeautomat bereit und auch das lang gewünschte Wlan ist endlich installiert. „Damit sind wir technisch nun besser ausgestattet und das Passwort wird stark nachgefragt“, weiß Kollegin Christiane Kuthing-Beckers. In der Jahresgebühr enthalten sei zum Beispiel auch der Zugriff auf die eBook-Literatur, auf die könne man über das Online-Angebot zu jeder Zeit zugreifen. Dass es in der Bücherei aber auch immer noch komplett ohne das Netz geht, stellen die Mitarbeiterinnen vor allem in der Spiele-Ecke fest: Wenn Familien sich hier zusammen setzen und gemeinsam Spiele spielen; das sei am alten Standort kaum vorgekommen, sagt Elwers, die bereits seit 29 Jahren die Geschichte der Heiligenhauser Stadtbücherei begleitet. Auch dass Kinder sich die Schuhe ausziehen und sich gemütlich aufs Sofa fläzen, um in einem der zahlreichen Kinderschmöker zu versinken, auch das erlebe sie nun immer mal wieder.

Gerade erst sei auch Nachschub für die jungen Leser eingetroffen, der müsse aber erst verarbeitet werden, bevor er in den Regalen Platz findet. Ob Bilderbücher, Erstlese-Literatur oder Lesestoff für die Älteren „Wir wollen für alle Altersgruppen etwas anbieten“, so Elwers. Ganz neu ist dabei das Angebot für die Allerkleinsten: Die literarische Krabbelgruppe für Kinder bis 24 Monaten ist so gut angekommen, dass gleich eine zweite Gruppe eröffnet wurde. Hier trifft sich nun eine feste Gruppe regelmäßig einmal im Monat. Während die Türen dann für alle anderen geschlossen sind, wird eine Krabbeldecke ausgebreitet und ein Buch vorgelesen, um die Kleinen ganz spielerisch an das Geschichtenerzählen und -erleben heran zu führen.

Außerdem: Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wird im  Sommer der Sommerleseclub für Familien- und Freundeskreise wiederholt. Der ist nun das untrügliche Zeichen, dass – dank einer Mitarbeiteraufstockung – die Stadtbücherei über die Sommerferien geöffnet bleibt. Die Premiere „war richtig toll und ist sehr gut angenommen worden.“ Dass die Stadtbücherei am neuen Standort zum Aufenthaltsort geworden ist, spüren die sieben Mitarbeiterinnen auch an einer Neuerung: Ein Besucherzähler hat seit Jahresbeginn bereits rund 10.000 Besucher registriert.