Umwelt : Wettbewerb: So spart die Stadt Energie

Als eine von bundesweit acht Kommunen wurde Ratingen von der Deutschen Energie-Agentur für ein Modellvorhaben ausgewählt. Das Ziel: Energieexperten der dena beraten und begleiten die Stadt zwei Jahre lang kostenlos im Hinblick auf Energiesparpotenziale in neun Gebäuden.

Ein Erfolg: Die Stadt Ratingen hat es ins Finale geschafft. Als eine von bundesweit acht Kommunen wurde Ratingen von der Deutschen Energie-Agentur (dena) für ein Modellvorhaben zur Energieeinsparung ausgewählt. „Co2ntracting: build the future!“ lautet der Titel des Projekts. Das Ziel: Energieexperten der dena beraten und begleiten die Stadt zwei Jahre lang kostenlos im Hinblick auf Energiesparpotenziale in neun Gebäuden. Es geht durchaus um große Summen. Die Energiekosten aller neun Liegenschaften summieren sich auf 790.000 Euro jährlich.

Die dena will mit diesem Modellvorhaben das Instrument des Energiespar-Contractings (ESC) bekannt machen. Dabei planen und finanzieren externe Dienstleister (Contractoren) energetische Sanierungsmaßnahmen. Auch die technische Instandhaltung und die Betriebsführung werden auf Wunsch übernommen. Die Dienstleister garantieren Kosteneinsparungen und erhalten einen Teil davon.

„Mit dem Modellvorhaben schafft die dena Vorbilder, an denen sich andere Kommunen und Bundesländer bei der energetischen Sanierung ihrer Liegenschaften orientieren können“, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Energiespar-Contracting ist für die öffentliche Hand ein hervorragender Weg, die CO2-Emmissionen und Energiekosten ihrer Gebäude nachhaltig und garantiert zu senken.“

Ratingen hat sich in einem mehrstufigen Auswahlverfahren für die Endrunde des Projektes qualifiziert, das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und die EnergieAgentur.NRW unterstützt wird.

„Dieses Modellvorhaben ist ein hervorragendes Instrument, um unsere ohnehin vielfältigen Aktivitäten zum Klimaschutz und zur Energieeinsparung zu ergänzen und zu verstärken“, sagt Jochen Kral, Technischer Beigeordneter der Stadt Ratingen. „Wir erhalten dadurch die Gelegenheit, sehr kurzfristig Ergebnisse zu erzielen.“

Die Stadt hat sechs Schulgebäude, zwei Kitas und ein Verwaltungsgebäude für das Modellvorhaben angemeldet. Mögliche Maßnahmen wären: die Modernisierung der Wärme- und Beleuchtungstechnik, die Einführung eines Energiemanagements, Fotovoltaikanlagen zur Eigenstromnutzung (dazu gibt es bereits einen grundsätzlichen Ratsbeschluss dem Jahr 2019) und einiges mehr.

Der städtische Energiebeauftragte Michael Heck, der die erfolgreiche Bewerbung betreut hat, sagt: „Ich bin überzeugt davon, dass wir durch den intensiven Expertenaustausch gute Ergebnisse und Erkenntnisse für eigenes künftiges Handeln erhalten werden.“

Umweltfreundliches Handeln wird ohnehin immer wichtiger: So entwickelt sich das Thema Elektromobilität entwickelt sich rasant. Mit einem Bündel an Maßnahmen will die Stadt den Anteil der E-Autos und -Räder am Gesamtverkehr kontinuierlich steigern. Der Rat gab grünes Licht für den Fahrplan zur Umsetzung des Elektromobilitätskonzeptes, das 2019 vorgelegt worden war. Die Ladeinfrastruktur im Stadtgebiet wird Schritt für Schritt ausgebaut, es wird ein Förderprogramm für Lastenräder geben, die Stadtverwaltung selbst wird mehr Dienst-E-Bikes und Fahrräder für ihre Mitarbeiter beschaffen und bis 2025 den gesamten Pkw-Fuhrpark auf umweltfreundliche Antriebe umgestellt haben. Derzeit ist es schon die Hälfte. Sukzessive soll die öffentliche Ladeinfrastruktur ausgebaut werden.  Mithilfe soziodemographischer Daten wird der Bedarf dann auf Ratingen konkret heruntergebrochen.