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Wirte in Ratingen leiden unter Absagen von Weihnachtsfeiern

Gastronomie in Ratingen : Wirte verzweifeln an Stornierungen

Seit die Inzidenz steigt, sagen viele Betriebe ihre lange geplanten und bereits fest gebuchten Weihnachtsfeiern ab. Auch Ratingens Wirte kämpfen. Es gibt aber auch Gastronomen, bei denen es gut läuft.

Schon im vergangenen Jahr wurde die Gastronomie durch den Lockdown über Weihnachten hart getroffen. Alle Hoffnungen der Restaurantbetreiber lagen auf dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft. Und es ließ sich ja auch alles vielversprechend an.

„Die Anfragen kamen, wurden bestätigt“, heißt es aus dem Cedric’s Restaurant an der Brachter Straße. „Man hat sich auf November und Dezember gefreut.“ Doch dann gingen die Inzidenzzahlen hoch, die Corona-Maßnahmen wurden verschärft und die Unsicherheit bei den Menschen wuchs. Das hatte eine Stornierung nach der anderen zur Folge.

„Wir haben mehr Stornierungen als Reservierungen“, sagt Karsten Rogall vom Haus der Gastlichkeit an der Bruchstraße. „Vor allem größere Firmenfeiern wurden alle storniert“, sagt er. Andere hätten erst gar nicht reserviert.

Das hat auch das Cedric’s zu vermelden. „Alles ab zwanzig Personen aufwärts ist storniert worden.“ Die Firmenchefs wollten nicht riskieren, dass ihre Mitarbeiter sich infizieren. Deshalb sei es die Order von Oben, die Weihnachtsfeiern abzusagen. „Etwa 75 Prozent wurden storniert“, sagt Rogall.

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Der Bürgerhof Lintorf am Lintorfer Markt beklagt sogar einen kompletten Ausfall. „Es wurde alles abgesagt“, sagt Miro Prijevic. „Die Firmen wollen nicht.“ Auch die Feiern im Freundeskreis fielen aus. Obwohl gerade in der Gastronomie die Sicherheit großgeschrieben wird und sich auch die Kundschaft gerne an die Maßnahmen hält. „Als wir noch die 3G-Regel hatten, kamen trotzdem nur die Geimpften und Genesenen“, sagt Prijevic. Gastronomen ertragen die Hilflosigkeit, mit der die dieser Situation ausgeliefert sind, nur schwer. „Man weiß nicht, was man dagegen machen soll“, sagt Karsten Rogall. „Man kann sich nicht mehr selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen.“

Mehr arbeiten oder andere übliche Strategien funktionieren in dieser Pandemie nicht. Der Verlust durch die stornierten Weihnachtsfeiern ist schlicht nicht aufzufangen. Dazu kommt die Enttäuschung. „Nicht nur ich bin enttäuscht, auch meine Mitarbeiter“, sagt Miro Prijovic. Denn ihnen geht dadurch auch viel Trinkgeld verloren. Zwar gibt es finanzielle Unterstützung für die Gastronomie, doch empfinden die Betreiber dies als unbefriedigend. „Wir wollen lieber selbst unser Geld verdienen“, betont Rogall.

Der Europäische Hof an der Mülheimer Straße dagegen hat den großen Vorteil, dass er vor allem kleinere Weihnachtsfeiern ausrichtet. „Uns geht es gut“, sagt Heinz Hülshoff. Zwar hätten auch ein paar größere Unternehmen ihre Weihnachtsfeiern abgesagt, aber frühzeitig genug, um die Tische anderweitig vergeben zu können. „Es reduziert sich höchstens um ein paar Personen“, sagt Hülshoff. „Aber sobald ein Tisch frei wird, wird er gleich von der nächsten Gruppe reserviert.“ Für den dritten Advent sei alles ausgebucht. „Und auch der vierte Advent ist schon ziemlich voll.“