Ratingen Wir sind Jungschützen

Düsseldorf · Sie sind höchstens Anfang zwanzig, legen aber großen Wert auf Tradition: Beim Diözesanjungschützentag traf sich gestern der Tiefenbroicher Schützen-Nachwuchs mit befreundeten Kompanien aus der Umgebung.

Tiefenbroich Mehr als 1700 Gäste kamen gestern zum großen Diözesanjungschützentag, darunter Schützen aus Bilstein, Frechen, Kalkum und Angermund. Nach einer gemeinsamen Messe gab es einen großen Schützenumzug durch Tiefenbroich mit mehr als 1000 Schützen. Anschließend wurde auf dem Schützenplatz kräftig gefeiert. Die Schützenhalle wurde mit einem Festzelt auf das Doppelte vergrößert. Sechs weitere Zelte boten genug Platz für alle.

Die Tiefenbroicher Jungschützen können auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits seit 51 Jahren gibt es die Jungschützenkompanie. Zurzeit gehören zwölf Jugendliche dazu. Hauptmann Alexander Arenz (21): „Ich selbst bin seit mittlerweile neun Jahren in der Kompanie.“ Seine Familie führte damals die Wirtschaft „Zum Fässchen“, ein Stammlokal der Bruderschaft in Tiefenbroich. „Aus Gästen“, sagt Arenz, „wurden Freunde. So bin ich dann selbst in den Schützenverein eingetreten.“ 2005 wurde der heute 21-Jährige zum Hauptmann der Jungschützenkompanie gewählt: „In so einem Verein herrscht eine starke Kameradschaft. Man erlebt viel gemeinsam. Außerdem habe ich sogar meinen ersten Arbeitgeber, bei dem ich meine Ausbildung gemacht habe, durch die Bruderschaft kennen gelernt.“

Auch Matthias Brüster (15) legt großen Wert auf die Kameradschaft in der Bruderschaft: „Ich finde es super, dass wir viel zusammen unternehmen. Jedes Jahr machen wir eine Kanutour und verbringen ein Wochenende zusammen.“ Dass er einer der Jüngsten in der Kompanie ist, stört Matthias nicht: „Da gewöhnt man sich dran“, meint er. Zurzeit ist Matthias Kompaniekönig und innerhalb der Kompanie als Spieß tätig: „Wenn jemand gegen bestimmte Regeln verstößt, muss er bei mir zahlen“, so Matthias.

So bezahlen die Jugendlichen zum Beispiel zwei Euro für Verspätungen oder für den Umstand, dass die Uniform nicht korrekt sitzt. Das Geld landet in der Kasse der Kompanie. Auch gegen das Tragen der Uniformen hat der 15-Jährige nichts einzuwenden: „Das zeigt die Zusammengehörigkeit. Unsere Uniformen sind vielleicht nicht die modischsten, aber das macht nichts.“ Mark Holzer (23) ist seit acht Jahren Jungschütze und zurzeit einer der Ältesten der Kompanie. „Ich finde es besonders wichtig, dass man sich gegenseitig unterstützt“, betont er. „Wir richten gemeinsam Veranstaltungen aus, wie jetzt den Diözesanjungschützentag.“ Die Unterstützung gehe auch ins Private über: „Man schließt Freundschaften fürs Leben.“ In zwei Jahren ist seine Jungschützenzeit vorbei. „Ich werde aber weiter im Schützenverein bleiben.“

(RP)
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