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Wilde Müllkippen in Ratingen

Immer wieder Ärger mit dem Müll : Bürger ärgern sich über Müllecken

Immer wieder gibt es neue drastische Beispiele der Wegwerfgesellschaft. Überall in der Stadt finden Bürger Dreckecken. Die Stadt Ratingen will mit gezielten Maßnahmen gegensteuern.

Melanie Kapusta-Westphal ärgert sich wie viele andere Bürger auch. Auf dem ehemaligen Sportplatz an der Schützenstraße hat sie völlig überfüllte Mülleimer entdeckt. Das Areal werde täglich von spielenden Kindern, Jugendlichen und Hundehaltern genutzt, berichtet sie. Nun sei es an der Zeit, sich gezielt um diese Müllecke zu kümmern.

Kein Einzelfall. Mittlerweile gibt es einen engen Draht zwischen der RP und Martin Gentzsch, der als Dezernent für die Kommunalen Dienste und damit für den Kampf gegen eine grassierende Vermüllung in der Stadt zuständig ist. Kein leichter Job, denn die Stadtfläche ist groß, vor allem nach Wochenenden im Sommer sehen einige Stellen vor allem in der Innenstadt nicht gerade einladend aus.

Die Stadt und der Arbeitskreis „Sauberes Ratingen“ haben eine griffige Formel gegen Dreck und Abfall parat. Und die lautet: aufklären, aufräumen, ahnden. Die gute Nachricht: Es sollen in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter des Kreises Mettmann drei Stellen für Langzeitarbeitslose geschaffen werden, die Dreck- und Müllecken in Eigenverantwortung aufspüren und beseitigen sollen (die RP berichtete bereits).

Die neu geschaffene Kolonne soll dort tätig sein, wo die Kommunalen Dienste normalerweise nicht hinkommen und auch nicht zuständig sind. So geht es vor allem darum, an Bundes- und Landesstraßen, an Autobahnauf- und abfahrten für Sauberkeit zu sorgen.

Aussichtsreiche Kandidaten können zunächst ein Praktikum in einer der bestehenden Kolonnen in der Stadtreinigung und Abfallsammlung machen. In der Vorlage der Stadt heißt es, „dass die Teilnehmer keine abgeschlossene Berufsausbildung benötigen, es sollten jedoch Interesse an handwerklicher Arbeit und die körperliche Eignung zur Arbeit im Freien mitgebracht werden“.

Aus Gründen der Arbeitssicherheit seien Deutschkenntnisse notwendig. „Eine Fahrerlaubnis der Klasse B wäre bei mindestens zwei Teilnehmern zur selbstständigen Anfahrt der Örtlichkeiten notwendig“, teilte die Verwaltung mit.

Im Bereich der Kontrollen will man in den kommenden Monaten verstärkt tätig sein, betonte Gentzsch und sprach damit den Ausbau des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) an. Der Kämmerer weiß, dass Bürger darauf pochen, Umweltdelikte stärker zu ahnden. „Dieses Thema haben wir auf jeden Fall im Blick“, unterstrich er im RP-Gespräch.

Die drei Stellen sind auf 24 Monate befristet, es ist eine Förderhöhe durch das Jobcenter von bis zu 75 Prozent möglich. Nach ersten Berechnungen müsste die Stadt für das Jahr 2018 Geld in einer Höhe von maximal 10.000 Euro bereitstellen, ab dem Haushaltsjahr 2019 wären unter Berücksichtigung einer leicht reduzierten Förderhöhe zwischen 30.000 und 40.000 Euro an Eigenmitteln notwendig. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass die neuen Mitarbeiter später von der Stadt übernommen werden.

Rainer Vogt, Fraktionsvorsitzender Bürger Union (BU), betonte, dass die Themen Sauberkeit und Sicherheit auf der Agenda der Bürger ganz oben stehen, „das beschäftigt die Leute“.