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Wie schlecht ist das denn?

Angedacht : „Wie schlecht ist das denn?“

Nach der Schelte folgte die Reue, zumindest bei Pastor Daniel Schilling. Die Betroffene Dame möchte er nun zu Erdbeeren mit Sahne einladen. Also bitte melden.

Leider muss ich immer und immer wieder erkennen, dass auch bei mir Reden und Handeln manchmal nicht übereinstimmen. Und ja! Es stimmt, dass man sich über die Fehler von anderen stets gut aufregen kann und einen dennoch kaum etwas so sehr ärgert wie die eigenen Fehler.

Da war dann mal gestern wieder so eine Situation in meinem Leben. Ich war einkaufen und zur köstlichen Sahne fehlten mir nur noch die entsprechend schmackhaften Erdbeeren. So stand ich an der Obsttheke und sah, wie eine Frau sich aus unterschiedlichen Körbchen die schönsten Erdbeeren zusammenstellte. Da konnte ich nicht an mich halten: „Das ist jetzt nicht Ihr Ernst, dass Sie jede Erdbeere anfassen wollen, oder?“ Sie antwortete: „Wieso? Die werden doch abgewogen?“ Deutlich verärgert sagte ich dann, dass ich das absolut nicht in Ordnung fände, wenn nun alle Erdbeeren durch etliche Hände gehen würden und dass das damit, dass sie an der Kasse abgewogen würden, ja nun wohl überhaupt nichts zu tun habe. Daraufhin zog sie schweigend ab und ich suchte mir ein Schälchen Erdbeeren in einer tiefer liegenden Palette, die hoffentlich noch nicht durchsucht wurde.

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Kaum ein paar Meter von der Obsttheke entfernt kroch auf einmal aus den Tiefen meines Inneren ein ganz unangenehmes Gefühl an die Oberfläche meiner Gedanken. Wie war das doch gleich vor zwei, drei Wochen, als du Erdbeeren gekauft hast? Wie war das doch gleich? Hast du nicht genau dasselbe getan wie diese Frau und darauf geachtet, dass dich dabei keiner beobachten möge? Schilling! Wie schlecht ist das denn? Leider war sie dann verschwunden, erst später an der Kasse sah ich sie wieder und schaffte es nicht, mich zu entschuldigen. Meine Güte... Wäre ich mutiger gewesen, hätte ich ihr sagen können: „Es tut mir leid, dass ich Sie eben so angepampt habe. Ich finde es zwar immer noch nicht richtig, was Sie da gemacht haben, aber ich bin keinen Deut besser als Sie, deshalb stand mir das Urteil nicht zu.“

Da war sie wieder, die Erkenntnis: Fang bei dir selbst an! Kehre vor der eigenen Haustür und urteile nicht! Ja, der Friede fängt bei jedem von uns selbst an.

Eins noch: Sollten Sie, liebe Dame von der Obsttheke, das hier lesen: Ich möchte Sie einladen zu Erdbeeren mit Sahne. Melden Sie sich!