Ratingen: Wie fahrradfreundlich ist die Stadt?

Ratingen : Wie fahrradfreundlich ist die Stadt?

Bei der Mobilen Redaktion der RP geht es morgen um Kritik und Vorschläge zum Thema Fußgänger und Radler.

Am 20. November wird die Stadt Ratingen offiziell als "fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt" geadelt. Das geschieht durch die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS). Viele Kommunen bewerben sich darum, doch vor der Aufnahme sind einige Hürden zu nehmen. Die hat die Stadt bestanden, zuletzt beim Besuch der AGFS-Auswahlkommission im September. Ihr wurden bereits umgesetzte und geplante Maßnahmen zur Verbesserung der "Nahmobilität", wie das im Behördendeutsch genannt wird, präsentiert. Doch besonders Radfahrer sehen das völlig anders. Sie fühlen sich in Ratingen auf manchen Radwegen sogar höchst gefährdet. Die Rheinische Post veranstaltet dazu am morgigen Freitag, 15. November, eine Mobile Redaktion.

Beim RP-Leserforum und bei zwei sehr gut besuchten Veranstaltungen der Stadt hagelte es harsche Kritik. Besonders die neuerdings auf die Fahrbahnen gepinselten Radspuren erregen die Gemüter: Als vor einiger Zeit nach der Erneuerung der Rehhecke plötzlich vierspurige Radspuren auftauchten — auf den kombinierten Gehwegen und neue auf der Fahrbahn — dachten viele Dumeklemmer noch an einen schlechten Scherz.

Eltern wiesen ihre Kinder an, weiterhin auf dem ihrer Meinung nach sichereren Rad-/Gehweg zu fahren. Doch nach Straßensanierungen werden offenbar immer häufiger Radspuren auf den Asphalt gepinselt. Jener auf der stark befahrenen Westtangente wird bereits als "Todestreifen" bezeichnet. Wer wie bisher den Rad-/Gehweg in "verkehrter Richtung" benutzt, handelt verkehrswidrig: Die Schilder in diese Richtung wurden abgenommen.

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Für zusätzliche Unsicherheit sorgen nur ansatzweise aufgepinselte Radspuren wie die auf der Wallstraße entgegen der Einbahnstraße: Radler fühlen sich regelrecht in den entgegenkommenden Verkehr geleitet.

Parkende Autos rechts und links erschweren die Sicht für Radler und Autofahrer. Und in der engen Straße gilt noch nicht einmal Tempo 30. Über den nur wenige Meter langen Radweg auf der Hochstraße wundern sich die Ratinger schon seit Jahren.

Nicht wenigen Lesern stellte sich die Frage, ob die Kommission "Tomaten auf den Augen" hatte — oder schlichtweg keine Ahnung. Vielleicht aber zählt auch nur der vermeintlich gute Wille der Stadt, als sie sich im Jahre 2009 um die Aufnahme in die AGFS bemüht hat.

Zu Mobilen Redaktion, die morgen von 10 bis 11 Uhr auf der Oberstraße steht, sind neben Bürgern auch Vertreter der Stadt der Politik und des ADFC eingeladen. Zugesagt haben unter anderem Carsten Knoch, Fahrradbeauftragter der Stadt, und Gerd Filgers vom ADFC Ratingen. Es wird sicherlich eine sehr spannende Diskussion geben.

(jop)