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Ratingen: Weniger Kirche, mehr Kita

Ratingen : Weniger Kirche, mehr Kita

Die Emmauskirche in Ratingen Süd steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Nach dem großen Umbau zieht die Kita in die Räume der Kirche. Ein Teil des Außengeländes wird verkauft. Projektkosten: 1,6 Millionen Euro.

SÜD Da feiert eine Kirche einen runden Geburtstag, wird prächtige 30 Jahre alt. Und doch zieht sie sich nach den Feierlichkeiten mehr und mehr zurück — zumindest räumlich. So lässt sich die Geschichte der Emmauskirche in Ratingen Süd zwischen den Phasen Abbruch und Aufbruch skizzieren. Am kommenden Sonntag, 3. Juni, gibt es an der Talstraße ein großes Gemeindefest, das gewiss Platz für viele Erinnerungen bietet. Und doch ist der Blick längst in Richtung Zukunft gerichtet. Es ist die letzte große Feier im alten Gebäude, das 2013 umgebaut werden soll.

Martin Letschert, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Ratingen (Bezirk Mitte/Süd, Stadt- und Emmauskirche) und sein Kollege Frank Schulte stellten gestern die Pläne für das Bauvorhaben vor, das pure Zukunftssicherung sein soll. Das Familienzentrum Emmauskirche benötige neue Räume, um für die kommenden Jahre gut aufgestellt zu sein, betonten die beiden Theologen.

Plätze für die Kleinsten

Zukunft bedeutet vor allem Nachwuchs — und um den geht es bei dem Projekt, das rund 1,6 Millionen Euro kosten wird. Der Bedarf an Plätzen für die Kleinsten (ab vier Monate) ist enorm. In der neuen modernen Kita werden 70 Kinder betreut. Dies bedeutet, dass die Einrichtung nach dem Umbau in die Räume der jetzigen Emmauskirche (Erdgeschoss) zieht und mehr Platz haben wird. Die Räume für die Gemeindearbeit werden kleiner und befinden sich zukünftig auf einer halben Etage, die neu dazu kommt.

Samstagabendgottesdienste wird es in der Emmauskirche nicht mehr geben, doch sie bleibt als Gottesdienststätte erhalten. Auch künftig werden dort Schulgottesdienste und die Kinderkirche stattfinden. Letschert stellte aber klar, dass zum Beispiel die Orgel verkauft wird. Die Zeichen stehen also auf Veränderung. Die konkreten Pläne sehen vor, dass nach dem Umbau die alte Kindertagesstätte abgerissen wird und Teile des Außengeländes der Kita verkauft werden. Damit soll ein Teil des Umbaus finanziert werden. Die Kirchengemeinde gibt eine Million Euro aus dem eigenen Haushalt, rund 600 000 Euro sollen durch den Verkauf der Grundstücke hereinkommen. Der Kirchenkreis habe zudem einen Zuschuss in Aussicht gestellt, heißt es.

Letschert betonte, dass die Emmauskirche, die aus dem Gemeindezentrum Talstraße hervorgegangen ist und am 26. August 2006 anlässlich eines Gemeindefestes so benannt wurde, immer ein offener Treffpunkt war und dies auch bleiben soll. "So hatten wir unter anderem einen schwulen Jugendtreff, der den Namen ,Rosa Keksdose' trug", erzählte Letschert.

Der Baubeginn ist für das erste Halbjahr 2013 vorgesehen. Im Kindergartenjahr 2013/2014 soll das Projekt abgeschlossen sein. Die Gemeinde ist bereits über die Planungen informiert worden. Klar, dass die Zukunft der Emmauskirche auch Thema am kommenden Sonntag sein wird. KOMMENTAR

(RP/rl)