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Ratingen: Weisheit ist nur in der Wahrheit

Ratingen : Weisheit ist nur in der Wahrheit

„Mit der Dumeklemmerplakette ehren die Ratinger Jonges Bürger, die sich um unsere Heimatstadt und deren Menschen in besonderer Weise verdient gemacht haben“, sagte Georg Hoberg, Baas der Ratinger Jonges zur Begrüßung. Rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Mitglieder der Jonges waren dabei, als die diesjährige Plakette an Manfred Buer verliehen wurde. Buer ist erster Vorsitzender des Lintorfer Heimatvereins und langjähriger Schriftleiter des Heimatjahrbuches „Die Quecke“.

„Sportlich, schweißtreibend haben wir diesen Saal damals erlebt. Das war damals die Turnhalle des Ratinger Gymnasiums“, sagte Hans Müskens zu Beginn seiner Laudatio an. Durch seine Rede zog sich das Zitat „die Weisheit ist nur in der Wahrheit“, das damals noch in goldenen Lettern über dem Schultor des Gymnasiums stand. Dass Buer seine Weisheit in der Wahrheit gefunden hat, zeigte die sehr persönliche Laudatio. Schon seit frühester Kindheit gingen Müskens und Buer gemeinsame Wege. „Wir waren Nachbarskinder, Schulfreunde und gemeinsam bei den Messdienern. Bis heute gibt es eine Menge Gemeinsamkeiten“, so Müskens.

Als Berufswunsch gab Buer nach dem Abitur Volkswirtschaft an. Lehrer für Französisch und Englisch wurde er. „Da ergab sich sein Neigungsfach Geschichte von selbst“, so Müskens, der die Lebensstationen des Preisträgers beschrieb und mit der einen oder anderen Geschichte schmückte. „Die erste Begegnung mit der Quecke hatte Manfred Buer bereits 1950“, so der Laudator. Buer sei im vierten Schuljahr gewesen und Theo Volmert, Vorstandsmitglied im 1950 neu gegründeten Lintorfer Heimatverein, war sein Lehrer, sagte der alte Freund. Damals hätte es die Möglichkeit gegeben, gegen zehn Fleißkärtchen die erste Ausgabe der Angerländer Heimatblätter, der Quecke, zu bekommen. Buer erhielt sie.

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Nachdem er und seine Frau Monika die Heimatstadt aus beruflichen Gründen verlassen hatten, trieb ihn dann aber doch das Heimweh 1976 wieder nach Ratingen, und er nahm seine Lehrtätigkeit an einer Essener Schule auf. Er baute ein Haus in Lintorf und wurde zwei Jahre später Mitglied im Lintorfer Heimatverein. Im November 1990 wählte man ihn zum Vorsitzenden. Als Nachfolger Volmerts übernahm er die Redaktion der Heimatzeitung und als regelmäßiger Autor 1991 auch die Schriftleitung der „Quecke“. Sein Interesse für Heimatkunde und Geschichte findet seitdem prägenden Niederschlag. „Sein Name ist nicht mehr von der Zeitschrift der Quecke zu trennen“, sagte Müskens.

Im Anschluss an die Verleihung der Plakette durch Baas Hoberg und Vize-Baas Uwe Budzin bedankte sich Buer bescheiden: „Die Ehre der Dumeklemmerplakette gebührt aber nicht mir allein.“ Denn seine Frau sei seine größte Kritikerin und Ideengeberin.

Im Jahr 1986 riefen die Ratinger Jonges die Stiftung einer Ehrenplakette für Ratinger Bürger ins Leben, die sich um die Dumeklemmerstadt verdient gemacht haben. Sie wird jährlich verliehen. Zu den Geehrten zählen Edith Bohnen, Lehrer Hans Lumer und Architekt Bruno Lambart.

(RP)