Dauereinsatz in der Region : Drei Personen aus A 44-Tunnel gerettet

Wassermassen sorgten für einen Dauereinsatz der Feuerwehr. An einigen Stellen verschärfte sich die Lage. Aufgrund der Niederschlagsmenge war der Tunnel der A 44 im Abschnitt zwischen Ratingen und Düsseldorf vollgelaufen.   

Der Deutsche Wetterdienst hatte Ungutes angekündigt: Wassermassen! Und die Prognose traf einige Städte des Kreises Mettmann mit voller Wucht. Ratingen kam zunächst vergleichsweise glimpflich davon. Das sollte sich ändern. Die heftigen Niederschlagsmengen machten in den Bächen bemerkbar. Sie füllten sich mehr und mehr.

In einigen Bereichen verschärfte sich die Lage im Laufe des Tages: Aufgrund der Niederschlagsmenge waren die Tunnel der A 44 im Abschnitt zwischen Ratingen und Düsseldorf mit Wasser vollgelaufen. Die Feuerwehr rettete mit einem Boot drei Personen, die mit ihren Fahrzeugen im Tunnel liegengeblieben waren, aus der Unterführung der A 44 unterhalb der A 52. Das Wasser stand im Tunnel etwa 50 bis 60 Zentimeter hoch. Bei einem weiteren Einsatz wurden am Blauen See eine Tauchpumpe bereitgestellt, um einen hohen Wasserstand in einem Stall abzupumpen.

 Der Schwarzbach am Niederbeckweg nahm im Laufe des Tages bedrohliche Ausmaße an.
Der Schwarzbach am Niederbeckweg nahm im Laufe des Tages bedrohliche Ausmaße an. Foto: Achim Blazy (abz)

Bereits in der Nacht zum vergangenen Mittwoch war es um 3.27 Uhr durch die Feuerwehr Erkrath zu einer Anforderung unter der Bezeichnung „Überörtliche Hilfe“ gekommen. Neben personeller Unterstützung wurden ein Sandsack-Abrollbehälter, eine Sandsackfüllanlage sowie ein Teleskoplader entsandt. Ausgerückt waren Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Standorte Mitte, Tiefenbroich, Lintorf, Homberg, die Sondereinheiten ABC-Zug, Führung, Information und Kommunikation sowie der Einsatzführungsdienst. Auch die Feuerwehr Heiligenhaus war in Erkrath: Ein Lkw mit Sandsäcken wurde geschickt.

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Aufgrund des anhaltenden Regenfalls waren in Erkrath die Abwasserkanäle stark überfüllt, und auch die Düssel war an einigen Stellen schon am frühen Morgen über die Ufer getreten. Um die Kanalisation nicht weiter zu belasten, bat die Stadtverwaltung die Bürger, kein weiteres Abwasser zu produzieren und möglichst nur noch die Toilette zu nutzen.

 Wie ein starker Wasserfall wirkt der Zulauf am Regenrückhaltebecken am Niederbeckweg.
Wie ein starker Wasserfall wirkt der Zulauf am Regenrückhaltebecken am Niederbeckweg. Foto: Achim Blazy (abz)

Duschen, Waschen und die Nutzung der Spülmaschine sollten nicht weiter genutzt werden, um die Situation nicht noch zu verschärfen. Eine Warnung der Verwaltung zeigte, wie kritisch die Situation war: Man sollte sich von Wassermassen fernhalten und nicht mit dem Auto durch überflutete Stellen fahren.

An der Talstraße im benachbarten Mettmann wurde in der Nacht zum Mittwoch gegen 2.40 Uhr eine Frau schwer verletzt. Sie hatte versucht, ein Gebäude mit Sandsäcken gegen die Wassermassen abzusichern. Durch den aufgeweichten Boden stürzte ein Baum um und begrub die Frau unter sich. Zugleich hatte sie nach Angaben von Augenzeugen Mühe, den Kopf über Wasser zu halten. Feuerwehrleute stützten sie, bis sie schließlich vom Baum befreit werden konnte.

In Ratingen war bereits am Morgen der Schwarzbach am Niederbeckweg (am Regenrückhaltebecken) zu einem großen Fluss geworden. Die Straße Schneppersdelle im Außenbereich von Homberg-Nord musste zwischen der Dorfstraße und dem Füstingweg voll gesperrt werden, weil die Fahrbahn unterspült wurde.

Das Ratinger Tiefbauamt und der Rheinisch-Bergische Wasserverband suchen nach der Ursache.