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Wegweiser für den Dschungel der Probleme

Neues Angebot : Wegweiser für den Dschungel der Probleme

Im Infopunkt der Diakonie am Kirchplatz gibt es nun jeden Montag, 12 bis 16 Uhr, ein Sozialberatungsangebot für alle Fälle.

HEILIGENHAUS Finanzielle Sorgen, Ratlosigkeit über Amtspost, Fragen zu Gesundheitsthemen oder familiäre Unstimmigkeiten – manchmal stehen Bürger sozialen Problemen im Alltag einfach hilflos gegenüber. Manchmal wissen sie dabei gar nicht, dass es in der Stadt Hilfsangebote gibt, die genau in solchen Momenten die Hand reichen können, damit die Zahl der Sorgen sich eben nicht ansammelt, sondern abgebaut wird.

„Der Weg ins Rathaus kann dann aber schon mal schwer fallen“, weiß Sozialdezernent Thomas Langmesser aus dem Arbeitsalltag. „Aber die Angebote gibt es: Vor Ort zum Beispiel die Schuldnerberatung, die Suchtberatung oder Pflege- oder Wohnberatung.“ Da kann man schon einmal den Überblick verlieren. Vom Rathaus aus will man deswegen nun verstärkt auf zentrale Anlaufstellen für die allgemeine Sozialberatung setzen. Das jüngste Projekt findet nun seine Heimat im Infopunkt der Diakonie.

In der Innenstadt, direkt am Kirchplatz, an der Ecke zur Kettwiger Straße gelegen, wird nun jeden Montag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr die staatlich anerkannte Sozialpädagogin Heike Schwitalla mit offenem Ohr und ganz sicher auch immer mit einer guten Idee zur Problemlösung die Türen öffnen, und zwar für alle Altersgruppen und alle sozialen Schichten. Schwerpunkt dabei ist die Lotsen-Funktion dieser ersten Anlaufstelle. Hier haben Ansprechpartner nicht nur die richtigen Adressen für die Sorgen und Nöte der Ratsuchenden, sondern sie können die Klienten auch mal buchstäblich an die Hand nehmen und mit ihnen einen Antrag entweder entschlüsseln, ausfüllen oder mit zum Amt gehen.

Mit ähnlichem Angebot mache man in der Ilp schon gute Erfahrung, dort habe man gut zu tun, sagt Langmesser. In der Innenstadt jedoch fehlte ein solches niederschwelliges Angebot bisher noch. Deswegen sei man auf die Diakonie zugegangen und habe die Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen Sozialberatung gesucht; der Diakonie-Infopunkt, den es seit 2012 am Kirchplatz gibt, bot sich für die Organisatoren rund um Doris Ruthmann-Dümpel, die Leiterin des Fachbereichs Soziales und Allgemeine Soziale Hilfen und Wohnungswesen, dabei regelrecht an.

„Sorgen kennen wir zum Beispiel auch von der Tafel, wo sich dann bei Menschen herausstellt, dass der Alltag nicht mehr ganz so rund läuft. Ein solches Angebot kann dabei helfen, das Ganze zu entwirren, wenn man selbst den Überblick verloren hat“, sagt Renate Zanjani von der Bergischen Diakonie. Dazu käme, dass in vielen Bereichen gespart würde und Ansprechpartner nicht immer leicht zu finden seien. „Dann kann es schon mal vorkommen, dass Menschen mit einer ganzen Tragetasche voll von Briefen kommen, manchmal zum Teil noch ungeöffnet“, sagt Langmesser.

Wichtig sei es, tatsächlich den ersten Schritt zu gehen und sich professionelle Hilfe zu suchen. „Dann auf einen kompetenten Ansprechpartner zu stoßen, der die Menschen mit ihren Sorgen ernst nimmt und mit Verständnis agiert, kann den Menschen schon einen Teil ihrer Last nehmen.“