Ratingen: Wallstraße: SPD will weniger Verkehr

Ratingen : Wallstraße: SPD will weniger Verkehr

Dieser wichtige Teilabschnitt des Innenstadt-Gürtels soll deutlich mehr Aufenthaltsqualität bekommen.

Die Innenstadt verändert weiter ihr Gesicht – auch mit Blick auf das Areal rund um das alte Hertie-Haus. Der Rat hat den entsprechenden Bebauungsplan für die Wallhöfe und die Zufahrt der neuen Tiefgarage beschlossen. Jetzt richtet die SPD den Fokus vor allem auf die Wallstraße. Die Umgestaltungen für diesen wichtigen Bereich des Innenstadt-Gürtels gehen der Fraktion aber nicht weit genug und seien auch nicht geeignet, einen „großen Wurf“ für ein Mehr an Urbanität, ein Mehr an Fahrrad- und Fußgängerfreundlichkeit und eine optimale Verbindung zwischen Innenstadt, Wallhöfen und Düsseldorfer Platz zu erreichen, argumentiert SPD-Fraktionschef Christian Wiglow.

Nun hat die Fraktion einen Antrag an den Bürgermeister für die nächste Beratungsrunde gestellt und fordert, die Wallstraße im Abschnitt Düsseldorfer Straße bis Bechemer Straße als „Shared space“ umzugestalten. Dazu entfallen die Parkplätze entlang der Straßenführung. Stellplätze für behinderte Menschen bleiben aber bestehen. Der Parkplatz am Park Beamtengäßchen soll dann in eine überdachte Fahrradabstellanlage umgewandelt werden. Die Verwaltung soll beauftragt werden, entsprechende Planungen zu erstellen. Bei der Planung sollen der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), der Inklusionsbeauftragte wie auch die Aktionsgemeinschaft für behinderte Menschen und der Blindenverein dabei sein

In einem zweiten Bauabschnitt soll nach Ansicht der SPD-Fraktion der Abschnitt Bechemer Straße bis Oberstraße als „Shared space“ umgestaltet werden.

Shared Space kommt ursprünglich aus den Niederlanden und steht für eine Planung des öffentlichen Raums, nach der vom motorisierten Verkehr dominierter öffentlicher Straßenraum lebenswerter, sicherer und flüssiger gestaltet werden soll. Charakteristisch ist dabei die Idee, auf Verkehrszeichen, Signalanlagen und Fahrbahnmarkierungen zu verzichten. Im Unterschied zu anderen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen setzt das Konzept nicht auf restriktive Regeln, sondern auf freiwillige Verhaltensänderung aufgrund gegenseitiger Rücksichtnahme. Individuelle, ortstypische Verkehrsraumgestaltungen bringen Fuß-, Rad- und Autoverkehr sowie andere räumliche Funktionen miteinander ins Gleichgewicht. Lebens- und Aufenthaltsqualität werden verbessert.

Durch eine solche Gestaltung würde man die Wallstraße auf ihre originäre Funktion beschränken: Zufahrt zu den Tiefgaragen, für Lieferverkehr und Anwohner. Parksuchverkehr und Durchgangsverkehr würden minimiert, da zum einen keine oberirdischen Stellplätze mehr Fehlanreize bieten und zum anderen die Straße für den Durchgangsverkehr massiv an Attraktivität verlieren würde.

„Durch eine solche Gestaltung würde der Bereich jenseits der Wallstraße optisch und spürbar näher an die Innenstadt herangerückt, was unseres Erachtens gerade bei den Wallhöfen sehr sinnvoll ist“, meint Wiglow.

„Wenn wir schon das gesamte Areal neu planen, sollten wir den Mut zu innovativen Lösungen haben, die ein Mehr an Urbanität und Aufenthaltsqualität mit sich bringen“, betonte er.

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