Ratingen: Vodafone bildet selbst aus

Ratingen : Vodafone bildet selbst aus

Interessierte warfen während der "Langen Nacht der Industrie" einen Blick hinter die Kulissen. Die Führungen bei Vodafone waren schnell ausgebucht. Das Unternehmen sorgt für eigene Fachkräfte.

In der "Langen Nacht der Industrie" werden ganz normale Bürger eingeladen, Einblicke in Firmenbereiche zu bekommen, die sonst nur dem Personal vorbehalten sind. Auch Vodafone Deutschland in Ratingen beteiligte sich und gab in Führungen und Vorträgen ein Teil dessen preis, was sich hinter dem Mobiltelefon verbirgt.

"Industrie ist heutzutage mehr als das, was man sich landläufig darunter vorstellt", sagt Ralf Gawlyta, Regionalleiter Technik. "Insbesondere in der Informationstechnologie ist es nicht einfach, klar zu machen, was wir tun. Darum haben wir uns entschieden, uns an dieser Nacht zu beteiligen: Wir wollen den Nutzen der Technologie vermitteln."

In seinem Vortrag erklärte er den Interessierten, die mit Shuttle-Bussen zu den einzelnen Unternehmen befördert wurden, das Zusammenspiel von Mobilfunkantennen, Basisstationen, Glasfaserkabeln, Richtfunk und Vermittlungsstationen. Den Besuchern wurde klar, warum ein so dichtes Netz von Antennen notwendig ist: Dort, wo viele Menschen telefonieren, muss es viele Antennen geben und dort, wo weniger telefoniert wird, werden eben weniger Anlagen benötigt. Auch über die neueste Mobilfunktechnik LTE weiß Gawlyta einiges zu berichten, immerhin ist er persönlich im Unternehmen dafür verantwortlich.

  • Ratingen : Lernen, wie man organisiert
  • Lintorf : Ältestenrat: Wirbel um Vodafone-Projekt
  • Lintorf : Kein Autobahn-Anschluss für Vodafone?

Die Technik ist deutlich schneller als DSL, bisher aber nur für Computer verfügbar. "Die ersten Smartphones dafür kommen frühestens zum Weihnachtsgeschäft heraus." Aber selbst das sei noch nicht sicher. Im Anschluss ging es in die Vermittlungsstelle, die für die korrekte Datenweiterleitung sorgt. Dabei wurde deutlich, dass die "Christel von der Post" doch noch nicht so ganz verschwunden ist. Zwar wird nicht mehr jedes Gespräch durch Umstecken von Kabeln vermittelt, aber irgendwie erinnern auch heutige Gerätschaften noch an dieses Prinzip. Nur sind die Kabel dünner geworden, die Technik ist wesentlich umfangreicher.

Zahlreiche Batterien halten im Ernstfall die Server bis zu vier Stunden aufrecht — meist aber springt nach wenigen Minuten das Notstromaggregat ein. Dazu ein zuverlässiges Brandsicherheitssystem und große Klimageräte, um die Serverräume nicht zu heiß werden zu lassen. Der Fachkräftemangel in der deutschen Industrie ist auch mit ein Grund für die "Lange Nacht der Industrie".

"Der Markt wird immer enger"

Bei Vodafone weiß man um die prekäre Lage. "Wir haben zurzeit keinen Mangel, doch der Markt wird immer enger", sagt Ralf Gawlyta. Darum wird bei Vodafone selbst ausgebildet. Konzernweit sind nahezu alle Berufe zu finden, aber zu 60 bis 70 Prozent arbeiten Ingenieure in dem Unternehmen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE