Ratingen: Vocalisten singen bei Orgelkonzert

Ratingen: Vocalisten singen bei Orgelkonzert

In St. Peter und Paul gibt es am Samstag gleich zwei Konzerte.

Die 40 Tage der Vorbereitung auf Ostern sind eine stille Zeit: In der katholischen Liturgie ist keine Orgelmusik außer der Begleitung der Gemeinde vorgesehen. Im schlichten und kargen Kirchenraum - vielerorts durch Verhüllung von Figuren und Bildern unterstrichen - entfällt alles Schmückende auf dem Weg der Vorbereitung des österlichen Triduums, der Tage von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu. Am vierten Fastensonntag kommt das Motiv der Freude aus dem Eröffnungsgesang "Laetare, Jerusalem" auf: die Hälfte der Bußzeit ist geschafft. Die ins rosa aufgehellte Farbe der violetten Meßgewänder, Blumenschmuck und Musik künden vom nahenden Osterfest.

Die Ratinger Kirchenmusik an St. Peter und Paul lädt zu zwei geistlichen Musiken am Samstag, 10. März, ein: Für die Freunde der Orgelmusik spielt Ansgar Wallenhorst um 12 Uhr den monatlichen orgel.punkt12 in der Reihe "Musik macht Mut". Das Gesamtwerk von César Franck steht im ersten Halbjahr als mutmachende, tröstliche und in die Demut führende Musik auf dem Programm der "Orgelwelten Ratingen". So erklingt Francks 2. Choral h-moll aus der Trilogie der "Trois Chorals", einer Hommage an den Leipziger Kantor. Da sich Bachs Geburtstag am 21. März zum 333. Mal jährt, erklingt Bachs Praeludium und Fuge h-moll aus den Leipziger Jahren.

Für die Freunde der Chormusik gibt es am Abend um 20 Uhr in St. Peter und Paul ein geistliches Chorkonzert mit den Essener Vocalisten unter Leitung von Jörg Nitschke. Auf Einladung von Kreisdechant Daniel Schilling singt der Chor aus der Ruhrstadt den 42. Psalm "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser" von Felix Mendelssohn.

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Im zweiten Teil erklingt Gabriel Faurés berühmtes Requiem op. 48 in Erinnerung an die Bombardierung Ratingens am 22. März 1945. Fauré schuf eine neue Auffassung und Deutung der Totenliturgie als Kontrast zu den auf die mittelalterliche Sequenz "Dies irae" zulaufenden Kompositionen der Tradition: nicht der Tag des Gerichtes, sondern Sterben als das Ankommen im Vaterhaus, in der liebevollen Gemeinschaft mit Gott, ist die theologische Aussage seiner lyrisch-impressionistischen Klänge. Das bleibt bis heute berührend und prägte die Requiem-Kompositionen des 20. Jahrhunderts.

Der Eintritt zu den Konzerten ist wie immer frei. Es wird um Spenden gebeten, um mitzuhelfen, die Unkosten ein wenig zu decken.

(jün)