Lintorf Vitamine fürs Pausenbrot

Düsseldorf · Der erste Tag nach den Osterferien begann für die Schüler der Heinrich-Schmitz-Schule mit einem ausgiebigen Vitamin-Buffet. Als einzige Ratinger Schule profitiert sie vom EU-Schulobstprogramm.

Gestern war an der Heinrich-Schmitz-Schule Bananentag. "Als meiner Oma mal schlecht war, sie aber noch eine Stunde arbeiten musste, hat sie eine Banane gegessen", berichtet Leon (10) vom Nutzen der Banane. "Magst Du Bananen?" Der Junge spendiert einen verhaltenen Blick auf die zwei hellgelben Früchte vor ihm auf dem Schülerpult. Noch mehr Bananen liegen auf dem Willkommens-Buffet, das die Drittklässler vorbereitet haben – es ist der erste Schultag nach den Osterferien.

Ganze Register, klassenweise sortiert in Paletten, lagern in der Schulküche. Drei Mal pro Woche karrt ein Düsseldorfer Lieferant Obst heran, zwei Mal Gemüse. Lehrerin Barbara Kupferberg überprüft die Lieferung jeden Morgen. Eltern waschen das Obst vor der Ausgabe. Die Heinrich-Schmitz-Schule ist die einzige Grundschule in Ratingen und eine von acht im Kreis Mettmann, die am EU-Schulobstprogramm teilnimmt. Vor dem Hintergrund zunehmender Fettleibigkeit unter Kindern spendieren EU und die jeweiligen Länder gratis Schulobst für Grundschüler. "Die Hilfe von Eltern und Lehrern macht die Durchführung aber erst möglich", sagt Schulleiterin Franziska Ebeling. Schülervertreter holen nach Dienstplan den Klassenobstkorb aus der Küche ab, dann essen sie in der Frühstückspause.

Ernährungsführerschein

Das EU-Schulobstprogramm ergänzt andere Programme an der Heinrich-Schmitz-Schule wie den Ernährungsführerschein, den Schüler der dritten Klassen nach einwöchiger Schulung ablegen können. Tägliches Gemüse waschen, zubereiten und die Ernährungspyramide lernen die Schüler vor der Prüfung. Die Frühstücks-Zubereiter an diesem Morgen haben den Führerschein bereits abgelegt. Nun wetteifern sie um das schönste "Brotgesicht", tragen ihre mit Gemüse und Quark verzierten Stullen stolz zurück ins Klassenzimmer. Dort informieren Plakate über weitere Projekte, die die Nahrungsaufnahme in den Mittelpunkt rücken: ein erzieherisches Computerspiel, ein Lesewettbewerb, jede Menge Spielkarten.

Es sei wichtig, die einzelnen Aktionen in einen pädagogischen Kanon zu integrieren, damit die Erziehung nachhaltiger wirke, sagt Ebeling und verweist auf den Sachunterricht aller Stufen.

Wirken die Aktionen? Eine Auswertung erster Umfrageergebnisse lautet: Nur 13 von 25 Kindern essen täglich Obst. Nur zwei kennen Nektarinen, ebenso wenige mögen Sellerie. Durch die Frischobst-Versorgung an der Schule essen sie nun jeden Tag Äpfel, Orangen oder Kirschen.

Amelie Speckam (10) "mag keine Kiwi, aber sonst alles" und freut sich, dass sie Rezepte "für Zwischendurch" lernt. Christine Mittrop (9) gehört zu den Kindern, die einen eigenen Apfelbaum und Johannisbeerstrauch im Garten haben. Sie findet das EU-Schulobst lecker. Leon wird die Bananen wohl der Oma mitbringen.

(RP)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort