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Vier Museen in Heiligenhaus beherbergen spannende Sammlungen

Museumslandschaft Heiligenhaus : Vier Museen – vier spannende Sammlungen

Die „MuseumsLandschaft Abtsküche“ ist geprägt von vier Museen. Sie sind weitestgehend vom Ehrenamt und allesamt von höchstem Engagement geprägt. Der Besuch, bei freiem Eintritt, lohnt sich.

Die Museen in der Abtsküche werben nun gemeinsam für ihr Angebot. Einheitliche Öffnungszeiten am Wochenende sollen den Besuch erleichtern. Wir stellen die Museen im Einzelnen vor.

Das Museum Abtsküche lädt in seiner Dauerausstellung „Leben und Arbeiten in Heiligenhaus zwischen Tradition und Moderne“ zu einem Streifzug durch das bergische Leben ein. Passend zum Haus, einer ehemaligen Landschule aus dem Jahr 1908, kann man zum Beispiel auf einer Schulbank im historischen Klassenzimmer Platz nehmen, einen Einblick in einen alten Friseursalon erhaschen oder im Kolonialwarenladen das Einkaufsgefühl vergangener Zeiten erleben. Dabei startete das Museum im Jahr 1975 einst als Lager für die Sammlung von Dr. Carl Füngling. Der Heiligenhauser Geschichtsverein übernahm die Sammlung und machte sie 1975 begehbar. Zentral war schon damals die Darstellung der ländlichen Lebens- und Arbeitswelt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Zeit zwischen 1900 und 1930. Ergänzt wird die Ausstellung durch regelmäßige Sonderausstellungen und regelmäßige Veranstaltungen, Konzerte oder auch Kunst-, Bücher- oder kulinarische Märkte. Der Eintritt ist frei.

 Die neue Museumsleiterin Monika Voß auf einer Schulbank. Der Klassenzimmer ist das Herzstück des Museums Abtsküche.
Die neue Museumsleiterin Monika Voß auf einer Schulbank. Der Klassenzimmer ist das Herzstück des Museums Abtsküche. Foto: Achim Blazy (abz)
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Übrigens: Im historischen Schankraum des Museums kann man sich auch standesamtlich trauen lassen.

 Förster Hannes Johanssen hat im Umwetbidungszentrum eine große Sammlung präparierter Tiere.
Förster Hannes Johanssen hat im Umwetbidungszentrum eine große Sammlung präparierter Tiere. Foto: Blazy, Achim (abz)

Im Feuerwehrmuseum kann man der Historie von über 100 Jahren Einsatzgeschehen hinterher spüren. Auf 1200 Quadratmetern ist zu erleben, wie rasant sich die Feuerwehrtechnik entwickelt hat – von der Handpumpe bis zur hochmodernen Nachrichtentechnik. Zu den etwa 10.000 Exponaten gehören lederne Helme und Löscheimer, Handdruck- und Motorspritzen, Feuerpatschen und Feuerlöscher, Atemschutz, Signalhörner und Feuerglocke, sie zeigen anschaulich die technische Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart – wie eine Fahne aus den Anfangsjahren der Heiligenhauser Wehr. Die Ausstellung gründet dabei auf der Sammlung des feuerwehrbegeisterten Günter Brunnöhler. Das Besondere: An diesem Standort befindet sich auch das Feuerwehrgerätehaus Abtsküche als zweiter Wehrstandort, die Kameraden aus dem Umkreis der östlichen Stadtteile, hauptsächlich Hetterscheidt, rücken beim Einsatz von hier aus.

Übrigens: Den Besuch in der Museumsscheune (ein paar Schritte Richtung Norden) nicht vergessen, denn hier lassen sich historische und funktionstüchtige Feuerwehroldtimer bestaunen.

Im Umweltbildungszentrum gibt es ein breites Spektrum an Exponaten von heimischen, überregional aber sogar auch international vorkommenden Vogel- und Tierarten zu sehen. Besonders stolz ist man hier um UBZ-Chef und Stadtförster Hannes Johannsen auf sehr seltene Stücke, die es so in dieser Güte und Vielfalt sonst nur im Internet anzuschauen geben soll. Die Vogelpräparate begeistern wegen ihrer außergewöhnlichen Qualität und wurden vom Präparator Klaus Uhlenbruch (Museum König in Bonn) erstellt und stammen aus einer Sammlungsauflösung in Maria Laach, die dank Sponsoren nach Heiligenhaus zog. Außerdem gibt es einen stetig wachsenden Kräutergarten zu entdecken. 

Übrigens: Von hier starten auch Waldführungen und Kinder können hier naturnahe Geburtstage feiern oder die Ferien verbringen.

Das Wald- und bald auch Wassermuseum liegt mitten im Paradies im Naturschutzgebiet Vogelsangbachtal, in dem auch der Naturlehrpfad zu entdecken ist und beherbergt beispielsweise eine alte Försterstube mit allerlei Jäger- und Försterlatein, alten Werkzeugen von Waldarbeitern und viel Wissen rund um Waldpflanzen. Im alten Trinkwasserspeicher des einstigen Wasserwerks soll ein Wassermuseum entstehen.

Übrigens: Vor der Tür gibt es einen Barfußpfad, den Heiligenhauser Kinder angelegt haben sowie ein keltisches Bodenlabyrinth rund um eine Eiche aus Robin Hoods Sherwood Forest.