Festival : Die Zelt-Zeit wird endgültig abgesagt

Nun ist es offiziell: Die Veranstaltung am Grünen See wird nicht über die Pfingsttage stattfinden. Im Jahr 2021 soll es dann weitergehen. Einige Programmpunkte stehen schon fest.

Das endgültige Aus kam per Schreiben: Wegen der aktuellen, coronabedingten Situation muss auch die Zelt-Zeit 2020 zum Leidwesen aller beteiligten Planer, Helfer, Förderer und erwartungsfrohen Besucher abgesagt werden. Dies teilten die Organisatoren Heiner van Schwamen und Bruno Schmitz jetzt mit. Insbesondere betroffen seien auch alle Künstler, seien es nun die Profis wie auch der lokale Nachwuchs, der am Ratinger Abend auf denselben Brettern gestanden hätte wie die Stars. „Und die Veranstalter hatten doch ein tolles Programm vorbereitet“, heißt es in dem Schreiben, das der RP vorliegt.

Gerade deshalb blicke man optimistisch nach vorn und habe die Planungen für das nächste Jahr schon weitgehend fertig, sodass die Zelt-Zeit im Jahr 2021 wieder im gewohnten Form und Umfang (auch mit den Outdoorangeboten) stattfinden kann. Die Karten für den Ratinger Abend die Veranstaltungen mit Kurt Krömer und Faisal Kawusi behalten ihre Gültigkeit. Der Ratinger Abend findet am 20. Mai 2021 statt, Krömer wird am 21. Mai, Kawusi am 23. Mai 2021 am Grünen See wieder dabei sein.

Die Karten für die Bläck Fööss können zurückgegeben werden und zwar dort, wo sie gekauft wurden. Besser sei es natürlich, sie gegen einen Gutschein für eine Veranstaltung der Zelt Zeit 2021 einzutauschen, raten die Organisatoren mit Blick auf die Festival-Finanzen. Man kann auch auf eine Rückgabe oder auf einen Eintausch der Karten verzichten, um das Zelt-Zeit-Team zu unterstützen, um die Finanzierungsbasis für das nächste Jahr sicher zu stellen, heißt es.

„Die Künstler bekommen keine Ausfallgage, da der Coronavirus wie ein Sturm höhere Gewalt ist. Dafür haben die Künstler Verständnis“, hatte Schmitz in einem RP-Gespräch gesagt. „Schlimm ist es aber für die Veranstaltungstechniker, die Zeltbauer, die Sicherheitsfirma, die viele jungen Menschen anstellt, Dekorateure im Zelt, diese Leute haben jetzt finanzielle Verluste. Viele haben die Einnahmen der Zelt-Zeit fest eingeplant.“ Die Auftragslage sei vor allem im Veranstaltungsgewerbe nun sehr prekär. Viele Firmen bangen um ihre finanzielle Existenz, denn sie müssen ihr Personal sowie laufende Kosten weiter bezahlen – trotz der virusbedingten Krise.

Konkrete Zahlen wollten die Organisatoren nicht nennen, nur dass das vier Tage andauernde Open-Air-Festival in der Regel einen hohen fünfstelligen Umsatz generiert. „Ich habe als Veranstalter auch keine Einnahmen, aber Kosten, für die es keine Deckung gibt“, sagt Schmitz, der seit Mitte der 1980er-Jahre Veranstaltungen organisiert. Er habe schon im großen Stil Flyer und Plakate drucken, habe Tickets anlegen lassen sowie weitere Werbekosten. All das kommt nun nicht mehr herein.

Und vor allem hat er Personalkosten. „Ich habe eine Fachkraft in meinem Büro, die die Zelt-Zeit vorbereitet und sich etwa um Verträge, Sponsoren und Organisatorisches kümmert. Sie muss ich natürlich auch entlohnen, obwohl das Festival nun nicht steigt“, meinte Schmitz. Dass die „kleine, süße Zelt-Zeit“, wie Schmitz das Festival mit seinen vielen Outdoor-Aktivitäten bezeichnet, mit Spenden von Ratinger Firmen steht und fällt, ist bekannt. „Allein von den Ticketeinnahmen können wir die Zelt-Zeit nicht finanzieren, das geht nur durch das großzügige Sponsoring.“ Nun blickt man auf die Zelt-Zeit 2021. Und freut sich darauf.