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Veränderung der Schullandschaft in Ratingen

Ratinger Schulen : Neue Debatte um zweite Gesamtschule

Nach dem Vorstoß der SPD könnte sich nun auch die Fraktion der Bürger Union eine zweite Gesamtschule vorstellen, die allerdings nicht in Lintorf eingerichtet werden soll. Das Lintorfer Schulzentrum brauche ein neues Raumkonzept.

Die politische Debatte über die Neustrukturierung  der Schullandschaft nimmt wieder Fahrt auf. Die Fraktion der Bürger Union (BU) zieht eine zweite Gesamtschule durchaus in Erwägung, die bereits von der SPD vehement gefordert wurde (die RP berichtete).

Seit Jahren werde der Schulentwicklungsplan für die weiterführenden Schulen fortgeschrieben, „ohne die individuellen Veränderungen unserer Gesellschaft zu berücksichtigen“, kritisiert die BU. 

Die bisher in Ratingen praktizierte, allein anlassbezogene Schulpolitik müsse auf eine strukturelle und zukunftsbezogene Schulpolitik umgestellt werden. Es sei bereits jetzt erforderlich, die Schulkonzepte für die nächste Schüler-Generation ab 2030 zu diskutieren und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Aus Sicht der BU stellt sich der Ist-Zustand so dar: Der Schulstandort in Ratingen West ist überproportional gewachsen und lässt räumlich keine weiteren Gestaltungsmöglichkeiten zu. Die Gesamtschule überschreitet die Grenzen ihres Fassungs- und Leistungsvermögens. Ein Angebot für Schüler mit einer Hauptschulempfehlung ist nur noch in der Gesamtschule möglich. Und die Realschule in Ratingen Mitte bekommt die gewünschten Anmeldezahlen nicht realisiert.

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In Lintorf stammt die Raumverteilung der einzelnen Schulen noch aus den Anfangszeiten, es wird seit Jahren ein neues Raumkonzept versprochen, jedoch nicht umgesetzt. Der Auszug der Erwachsenenbildung ist geplant – allerdings ohne konkretes Handeln.

Die BU ist der Auffassung, dass der Schulstandort in Lintorf mit Gymnasium und einer Dependance der Realschule unangetastet bleiben muss. Den Realschulstandort in Lintorf gilt es auszubauen, möglicherweise auch mit dem Ziel eines selbstständigen Realschulstandortes, den es vor Jahren schon gab. Mit den Planungen zur Reaktivierung der Westbahn und den weiteren Wohnbauvorhaben in Lintorf (Vodafone-Campus) und Breitscheid (Neue Mitte) wird die Einwohnerzahl in diesen Stadtteilen drastisch steigen, und somit muss auch die Kapazität an diesem Schulstandort gesteigert werden.

Sowohl Ratingen West als auch Ratingen Mitte (zumindest für die Breitscheider Kinder) sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nur unzureichend erreichbar. Das Gymnasium in Lintorf erfreut sich seit Jahren sehr stabiler Eingangszahlen. Das Raumkonzept im Lintorfer Schulzentrum müsse jedoch neu gestaltet werden. Die Fraktion der BU sei auch bereit, sich mit Überlegungen zur angedachten Errichtung einer zweiten Gesamtschule in Ratingen zu befassen, wobei ein Standort in Lintorf abgelehnt wird.

Angesichts der Tatsache, dass die Schulform sich bei Eltern und Schülern großer Beliebtheit erfreut und die bislang einzige Gesamtschule, die Martin-Luther-King-Gesamtschule, bereits seit Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, sei es geboten, mit Blick auf die Novellierung des Schulentwicklungsplanes auch dieses Thema mit aufzunehmen.

Die BU sieht durchaus die Machbarkeit einer zweiten Gesamtschule – möglicherweise  in Kooperation mit der Martin-Luther- King-Schule in West.   „Dies hätte den Vorteil, dass man die Oberstufe ausreichend besetzen und gleichzeitig die Schulformwechsel in den unteren Jahrgängen vernünftig auffangen kann“, heißt es in einem aktuellen Antrag.

Die stark eingeschränkte Raumkapazität am Schulstandort West sollte kurzfristig durch geplante Baumaßnahmen gelindert werden, „perspektivisch müssen wir es schaffen, dass die Anmeldezahlen sich konsolidieren, denn ein weiteres Wachstum an diesem Standort ist nicht mehr realisierbar“, so die Fraktion.

„Die Stadt Ratingen muss allen Kindern und Jugendlichen mehr Chancen auf eine bestmögliche Schulausbildung innerhalb der eigenen Stadtgrenzen bieten, nicht nur den Schülern, die ein Gymnasium besuchen“, hat die SPD Lintorf/ Breitscheid gefordert.

Die Gesamtschule in Ratingen West sei seit langem an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen, eine Hauptschule gebe seit einigen Jahren nicht mehr. Die Dependance-Lösung im Lintorfer Schulzentrum sei für Lintorfer, Höseler und Breitscheider Schüler aber nicht ausreichend und deswegen inakzeptabel.

Für Schüler, die am Ende der Jahrgangsstufe sechs die Schulform wechseln, seien nicht ausreichend Schulplätze vorhanden, so die SPD.  Der Martin-Luther-King-Gesamtschule sei es nicht zuzumuten, als einzige Schule in Ratingen alle Schüler zu fördern, die momentan lediglich eine Hauptschuleignung haben. Diese Aufgabe müsse  auf mehrere Schulen verteilt werden. Die kommenden Haushaltsberatungen stellen aus der SPD einen möglichen Wendepunkt dar, um die Schullandschaft in Ratingen zukunftsfähig zu gestalten.“

Als Grundlage für ihre Forderung führt die SPD Lintorf/Breitscheid den steigenden Bedarf an Kitaplätzen an. „Es ist offensichtlich, dass diese Entwicklungen ebenfalls einen Ausbau und eine Novellierung der Ratinger Schullandschaft erfordern, um allen Kindern ein angemessenes Bildungsangebot unterbreiten zu können“, sagt Jasmin Bender, Ratsmitglied, die zusammen mit Mathias Siegmund die neue Doppelspitze der Ratinger SPD bildet.