Ratingen: Urlauber fliegen auf den Preis

Ratingen: Urlauber fliegen auf den Preis

Die Ratinger Bürger fahren trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen immer noch gern in den Urlaub. Die Kunden achten sehr genau aufs Preis-Leistungsverhältnis. Gefragt sind vor allem Schiffskreuzfahrten.

Die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren auch bei den Reisen — einem Bereich also, der früher als unantastbar galt. Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung wollen die Deutschen im Jahr 2010 angesichts der Angst vor einem Arbeitsplatzverlust weniger verreisen. Um rund vier Prozent soll das Buchungsvolumen schrumpfen. Ist das auch bei den Ratingern so? Wir haben in Reisebüros aus unserer Stadt nachgefragt, wie die Erwartungen für dieses Jahr sind.

Familien sind vorsichtig

Susann Tonnaer-Lynch, Geschäftsführerin des gleichnamigen Reisebüros auf der Oberstraße, kann bislang keinen nennenswerten Buchungsrückgang im Verhältnis zu 2009 feststellen. Ganz im Gegenteil: "Gegenüber dem Vorjahr haben wir sogar eine leicht steigende Tendenz. Dennoch wird diese nicht ausreichen, um an die Umsätze früherer Boomjahre zu kommen." Und Tonnaer-Lynch ergänzt: "Gefragt sind Schiffskreuzfahrten, die stark zulegen. Familien mit Kindern sind dagegen vorsichtig geworden. Sie möchten zwar nicht auf den gewohnten Komfort verzichten, verkürzen aber hierfür aus Kostengründen die Reisedauer."

Auch Julia Nehm, Büroleiterin des TUI Reisecenters in Hösel, hat eine leichte Veränderung im Buchungsverhalten ihrer Kunden festgestellt: "Es wird jetzt kurzfristiger gebucht, als das früher der Fall war." Und sie ergänzt: "Nachdem die Umsätze in 2009 aufgrund der Krise gegenüber 2008 zurückgegangen waren, halten sich diese in diesem Jahr bislang auf dem Vorjahreslevel. Natürlich haben sich auch die Veranstalter auf einen Umsatzrückgang eingestellt und bieten weniger Kapazitäten an. Und da es bereits attraktive Angebote zum Beispiel bei Studienreisen, aber vor allem auch im Kreuzfahrtbereich gibt, empfehle ich den Interessierten, jetzt schon aktiv zu werden."

Jochen Tschech, Inhaber des Reisebüros Franke auf der Düsseldorfer Straße, berichtet Ähnliches. "Meine Kunden sind preissensibler geworden. Sie vergleichen die Angebote der verschiedenen Reiseanbieter mehr, als das früher der Fall war, und achten dabei stärker auf die teils erheblichen Preisunterschiede bei gleicher Leistung. Und im Gegensatz zu früher, als bereits im Januar der Sommerurlaub gebucht wurde, erfolgt das jetzt meist später."

Im eigenen Land Urlaub machen

Dass die Deutschen verstärkt Urlaub im eigenen Land machen, führt Tschech nicht auf die Kosten zurück. "Denn Urlaub in Deutschland muss nicht zwangsläufig günstiger sein", so der Inhaber des Reisebüros.

Tonnaer-Lynch weist auf eine Möglichkeit hin, die Reisekosten zu senken: "Wir empfehlen unseren Kunden, Frühbucherangebote zu nutzen. Denn diese, insbesondere auch bei Flügen, bieten gegenüber einer späteren Buchung attraktive Preisvorteile. Last Minute-Angebote, früher ein Renner, sind aus unserer Sicht nicht mehr das, was sie einmal waren. Sie eignen sich eigentlich nur noch für den terminlich nicht gebundenen Kunden."

Die angesprochenen Ratinger Reisebüros sehen im Übrigen eine Orientierung für geplante Reisen im Internet als sehr hilfreich an. Aber sie empfehlen, die herausgesuchte Reise dann über das Reisebüro zu buchen.

Tonnaer-Lynch begründet dies mit drei Aspekten: "Die Preise sind identisch, der Service ist wesentlich besser und letztlich werden so Arbeitsplätze in unserer Stadt erhalten."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die gastfreundlichsten Urlaubsländer

(RP)