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Unternehmensverband Ratingen trifft sich zum Jahresauftakt

Unternehmensverband Ratingen : Tünkers: Unfertige A 44 ein Treppenwitz

Der Unternehmensverband Ratingen (UVR) hatte zu seiner virtuellen Jahresauftakt-Versammlung geladen. Es gab viele Impulse. Gastreferent war Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln.

Wenn der Unternehmensverband (UVR) zu seiner Jahresauftaktveranstaltung bittet, dann gibt es vor allem eines: jede Menge Informationen. Auch in diesem Jahr fand die Zusammenkunft virtuell statt. Olaf Tünkers, der Vorsitzende des UVR, skizzierte seine Visionen und sprach mit Blick auf den unfertigen A 44-Lückenschluss von einem Treppenwitz. Er ging auch auf seine Dauer-Forderung ein, aus Einpendlern endlich mehr Einwohner zu machen.

Und er appellierte an Bürgermeister Klaus Pesch und Petra Cremer, die neue Technische Beigeordnete, nicht nur mehr Bauland zu schaffen, sondern Projekte auch zu realisieren. Zur Not sollten diese Bauvorhaben und deren Abwicklung extern vergeben werden.

Zum UVR-Jahresauftakt hatten  sich mehr als 100 Teilnehmer aus Landespolitik und -verwaltung, den Städten des Kreises und der Lokalpolitik angemeldet. Hinzu kamen Vertreter von IHK, Verbänden und städtischer Verwaltung ebenso wie Unternehmensvertreter aus Ratingen und den kreisangehörigen Städten. Tünkers entwarf zudem eine Zukunftsvision für das KBW, das Haus für Kultur, Bildung und Wirtschaft an der  Bahnstraße.

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Unter dem Titel „Alles gleichzeitig und jetzt – Wie die neue Bundesregierung auf die großen Disruptionen reagieren muss“ skizzierte Professor Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, welche Themenschwerpunkte von der neuen Bundesregierung unbedingt angepackt werden müssen. Dabei wies er besonders auf die in allen Bereichen bestehenden Unsicherheiten hin, ebenso wie auf die Abhängigkeit Deutschlands vom Export bei gleichzeitiger Dringlichkeit der De-Karbonisierung (Verzicht von kohlenstoffhaltigen Rohstoffen). Auch Konflikte mit Blick auf den Green Deal seien zu lösen.

Hintergrund: Die EU hat sich verpflichtet, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. In einer Mitteilung der Europäischen Kommission über den europäischen Grünen Deal werden politische Initiativen dargelegt, die dazu beitragen sollen, dass die EU bis 2050 Klimaneutralität auch erreicht.

Zudem, so Hüther, muss die Digitalisierung an Schulen weiter forciert werden. Der demographische Wandel führe auch im Westen Deutschlands zum Rückgang der Erwerbsbevölkerung; hier könne man neben der Erhöhung der Erwerbstätigenquote durch mehr Jobangebote für berufstätige Mütter auch durch Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit wie in Schweden und der Schweiz den Arbeitsmarkt stützen.

An den Schulen müsse die Ganztagsinfrastruktur ausgebaut werden. Es gehe auch darum, den Fokus mehr auf Menschen mit Migrationshintergrund zu legen, um der wachsenden Fachkräftelücke zu begegnen.

Eine nationale Weiterbildungsstrategie könne helfen, es müsse jedoch dafür ein größerer Bezug zum Arbeitsmarkt hergestellt werden als bisher, so Hüther.

Und man solle auch daran denken, überschuldeten Kommunen einen Neustart zu ermöglichen. Durch die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung könne man erhebliche Modernisierungspotenziale heben. Bei der notwendigen Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien müsse sowohl auf die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft als auch auf die wirtschaftlichen Folgen für Haushalte mit niedrigen Einkommen geachtet werden.

Am Ende der Veranstaltung hatten die Teilnehmer viele Impulse bekommen. Aus Sicht des UVR-Vorsitzenden ist klar: Ratingen kann mehr!