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Ratingen: Und abends ins Museum

Ratingen : Und abends ins Museum

In Ratingen gibt es das ja nicht alle Tage, auf jeden Fall aber bei der kreisweiten Museumsnacht am kommenden Freitag, 8. Juli. Was die drei Museen an diesem Abend von 18 bis 24 Uhr zu bieten haben.

Die beste Nachricht gleich vorweg: Wie im vergangenen Jahr wird es drei Busse geben, die ab 18.30 Uhr im 20-Minuten-Takt zwischen dem Stadtmuseum, dem Oberschlesischen Landesmuseum und dem Industriemuseum Cromford pendeln – kostenlos für die Besucher der Museumsnacht. Eine komfortable Sache, zumal alle drei Häuser Besonderes für den langen Abend vorbereitet haben:

Stadtmuseum

Der Künstler an sich gilt ja als scheues Wesen, das sich nicht gern auf Zeichenblock und Leinwand schauen lässt. Anders in der Grabenstraße: Dort gibt es am langen Museumsabend die wirklich exklusive Gelegenheit, gleich zwei Künstlern über die Schulter zu schauen, weshalb mehrmaliges Vorbeischauen lohnen dürfte.

Yildirim Denizli beispielsweise, der im Stadtteil Homberg lebende Bildhauer und Maler mit türkischen Wurzeln, gewährt Einblicke auf dem Weg von der Idee zum Werk bei einem Tässchen türkischen Tee und türkischer Musik.

Parallel dazu beschäftigt sich der Maler und Zeichner Martin Lersch mit barocken Bildwelten, nämlich mit dem Medici-Zyklus von Peter Paul Rubens, den er im Museumsfoyer zeichnerisch interpretieren will – großformatig, versteht sich. Ein Blick voraus, denn wenn am Sonntag Denizlis aktuelle Werkschau im Stadtmuseum schließt, wird ab Dienstag für die neue Ausstellung aufgebaut. Titel: Rubens – Meisterwerke seiner Werkstatt (Eröffnung am 17. Juli).

Industriemuseum Cromford

Wenn Unternehmergattin und Cromford-Herrin Sophie Brügelmann (1805-1875) zu Tisch bittet, wäre man ja wirklich gern mal dabei gewesen. In diesem Jahr versammelt sie Künstler, Freunde und Verwandte an ihrer Tafel im Herrenhaus an der Cromforder Allee 24. Wer mag, kann sich am Museumsabend unter die historisch gewandete Tischgesellschaft mischen und bei dieser Gelegenheit probieren, wie Mönchsbart, Mairüben und Eiskraut schmecken.

Rezepte zu den heutzutage exotischen Gewächsen haben Claudia Gottfried und ihr Team im Niederrheinischen Kochbuch von 1777 nachgeschlagen und für moderne Gaumen variiert. Also Essig und Öl als Garnitur statt kleisterhafter Mehlsoße. Außerdem wird wieder Kakao aus echten Bohnen gekocht, es gibt Führungen durch die Fabrik sowie Speis und Trank im Park.

Oberschlesisches Landesmuseum

Auf der Bahnhofstraße 71 in Hösel dreht sich derzeit alles um den schlesischen Adel. Am Freitag ist nicht nur Schauen, sondern auch Mitmachen angesagt – zumindest für jene, die ein Adelsdiplom erwerben wollen und sich dafür beispielsweise in strenge Benimmregeln einüben müssen.

Außerdem erzählen eine Gouvernante, ein Dienstmädchen und eine Gräfin von den Vorbereitungen eines Fests, führt eine Märchenerzählerin ein in die fabelhafte Welt des Adels. Zum Schmausen gibt es schlesische Würste und Kir Royal – man gönnt sich ja sonst nix.

(RP)