Heiligenhaus: Umzugsreigen für Schulen geht weiter

Heiligenhaus: Umzugsreigen für Schulen geht weiter

Den Anfang machte vor zwei Jahren die Regenbogenschule. Neuer Standort: Unterilp. Bald folgt die Suitbertusschule. Neuer Standort: Am Sportfeld.

Es soll die letzte Adventszeit sein, die die Schüler der St. Suitbertus-Grundschule in den Räumen an der Wülfrather Straße feiern - im nächsten Jahr um die Zeit sollen sie, laut der aktuellen Planungen, bereits am Sportfeld ihre Weihnachtslieder singen. Den Umzug nach 159 Jahren an der Wülfrather Straße hat der Rat im Frühling dieses Jahres mehrheitlich beschlossen, und in der letzten Sitzung des Jahres mehrheitlich verteidigt.

Grund dafür: Mehr Platz und eine Sporthalle. Die Grünen-Fraktion hatte sich schon beim Beschluss gegen den Umzug ausgesprochen, und in der Dezembersitzung noch einmal beantragt, den Ratsbeschluss zum Umzug auszusetzen, "bis ein seriöses Finanzierungskonzept für alle Schulen vorliegt."

Der Grüne Lothar Nuthmann kritisierte, dass die für die Sanierung der Sportfeldschule genutzten Fördermittel aus dem Förderprogramm "Gute Schule 2020" eher in den OGATA-Ausbau fließen müssten, wo er aufgrund fehlender Plätze den Schulfrieden gefährdet sieht. CDU, SPD, FDP und WAHL verteidigten aber den Ratsbeschluss gegen die Stimmen der Grünen. Unglücklich sei man am alten Standort zwar nicht, hatte die damalige Schulleiterin Dorothea Roth erklärt, aber ein vermehrter Renovierungsbedarf zeichne sich ab, die fehlende Sporthalle reduziere die tatsächlichen Sportunterrichtszeiten und fehlender Platz erschwere den Schulbetrieb. Probleme, die in der neuen Unterkunft gelöst wären. Dazu kommt, wie CDU-Fraktionschef Ralf Herre in der der letzten Ratssitzung erklärte, dass die Schülerzahlen in Heiligenhaus steigen, 100 Schüler seien bereits dazu gekommen und Platz müsse geschaffen werden.

"Es geht um eine Erweiterung, die auch die anderen Schulen entlasten wird", erklärt Bürgermeister und damaliger Schuldezernent Michael Beck. Die Komplettsanierung der Sportfeld, unter anderem muss das Dach gemacht werden, schlagen mit 929.985 Euro zu Buche. Gerade Fördermittel machen den Gesamt-Geldtopf für Immobilien-Maßnahmen im nächsten Jahr so voll wie lange nicht. "So viel haben wir seit einem Jahrzehnt nicht investiert", so Beck.

Dabei ist auch eine Menge zu tun und im Haushaltsplanentwurf steht der Satz "Der optische Eindruck aller Schul- und Sportgebäude sollte innerhalb eines angemessenen Zeitraumes weiter durch verbesserte Innen- und Außengestaltung verschönert werden", beinahe wie ein Mantra auf den Schul-Seiten. Ein wichtiger Faktor ist hier auch die Digitalisierung, auf angekündigte Gelder des Bundesministeriums für Bildung und Forschung könne man aber erst mal noch nicht bauen, wie Schulamtschefin Renate Dubbert erklärt.

Die Musikschule hingegen wird nicht umziehen. Die Verwaltung hatte geprüft, ob es möglich wäre, den Musikschulunterricht in andere städtischen Gebäude auslagern zu können und ist zum Ergebnis gekommen, dass das zum einen die Qualität des Unterrichts beeinträchtige, zumal der benötigte Schallschutz nicht gegeben sei.

(RP)