Wohnungen und Unterstützung in Heiligenhaus Ukrainehilfe  – mehr als nur Symbolik

Heiligenhaus · Bisher sind rund 60 aus der Ukraine Geflüchtete im Niederbergischen angelangt. Für Unterbringung ist gesorgt. Die Organisatoren – privat wie im Rathaus – rechnen mit schnell steigenden Zahlen. Jetzt wird eine Turnhalle hergerichtet.

 Ein Zeichen, direkt nach Kriegsausbruch: Bürgermeister  Michael Beck ließ die Europafahne hissen – als Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine.

Ein Zeichen, direkt nach Kriegsausbruch: Bürgermeister  Michael Beck ließ die Europafahne hissen – als Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine.

Foto: Achim Blazy (abz)

Der Krieg in der Ukraine bekommt mit den ersten ukrainischen Flüchtlingen, die in der Stadt eintreffen nun auch vor Ort viele Gesichter. „Die Zahlen steigen jetzt sehr schnell“, sagt Sozialdezernent Thomas Langmesser mit Blick auf die Entwicklungen. Stand: In der vergangenen Woche waren es bereits 60 Menschen, die nach der Flucht aus dem Kriegsgebiet im Niederbergischen angekommen sind und sich bei der Stadt gemeldet haben.

Sie konnten bereits versorgt werden. Viele von ihnen hätten hier auch schon Anlaufstellen und Kontakte durch Freunde oder Familie, bei denen manche auch, zumindest vorläufig erst einmal Platz finden können.

Die Stadt Heiligenhaus hat vor dem Hintergrund der steigenden Zahl der eintreffenden Vertriebenen Vorkehrungen getroffen, so gibt es genug Dolmetscher; außerdem bereitet man eine erste Turnhalle zur Erstunterbringung vor. Wichtig ist, dass die Ukrainerinnen und Ukrainer in Heiligenhaus gemeldet werden. Nur dann haben sie die Möglichkeit in der Gemeinschaftsunterkunft aufgenommen zu werden. Um offene Fragen zu klären, hat die Stadt eine Sonderseite auf ihrer Webseite eingerichtet (www.heiligenhaus.de/hilfe-fuer-vertriebene-aus-der-ukraine). Hinter der Frage, wie viele Menschen noch kommen werden steht, je länger die Kämpfe anhalten, ein großes Fragezeichen, umso größer sind die Hilfen aus der Bevölkerung: „Ich empfinde die Hilfsbereitschaft der Heiligenhauser als sehr positiv“, betont Langmesser.

Die große Spendenbereitschaft und Unterstützung von privaten Initiativen, Kirchen und Institutionen sei bemerkenswert. „Kinderbetten zum Beispiel haben wir jetzt mehr als genug.“ Eine eigene Spendenaktion der Stadtverwaltung sei derzeit nicht geplant, dafür fehlen Kapazitäten, sowohl räumlich als auch personell. Auf der Suche bleibt man vor allem nach Wohnraum. Auch da haben sich bereits Heiligenhauser mit Hilfsaktionen gemeldet, weitere Unterstützung wird aber nach wie vor gesucht. Gemeinsam mit dem Stadtmarketing wird derzeit eine Onlineplattform entwickelt, auf der schnell und ohne lange Wege Hilfsangebote verknüpft werden können.

Wovon Langmesser jedoch abrät, sind private und selbstorganisierte Transporte von den Grenzen. Derzeit plant man in Heiligenhaus auch, gemeinsame Treffpunkte für die Ukrainer zu installieren, um sich austauschen zu können. Weitere Informationen, beispielsweise Anträge, Ansprechpartner oder wichtige Webseiten auf https://www.heiligenhaus.de/hilfe-fuer-vertriebene-aus-der-ukraine.

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