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Heiligenhaus: Toter Winkel bedeutet Lebensgefahr

Heiligenhaus : Toter Winkel bedeutet Lebensgefahr

Die Klasse 4b der Grundschule Schulstraße macht den Anfang, Feuerwehr und Kreisverkehrswacht klären auf.

„Ich liebe dieses Projekt. Es läuft seit fünf Jahren und es wächst ständig.“ Sagt Projektleiterin Tanja Smigoc. Und das nicht, weil das Thema angenehm und allzu leicht vermittelbar wäre, sondern weil es Experten auf den Nägeln brennt. Die Kreisverkehrswacht informiert seit fünf Jahren fortlaufend über die Gefahren des „Toten Winkels“, geht damit an Schulen. Gestern war Projekt-Premiere in Heiligenhaus.

Auf der Feuerwache traf die Klasse 4b der Grundschule Schulstraße am späten Vormittag eine ganz neue Lehrerin auf Zeit. Saskia Pletsch von der Kreispolizei. Dass die Feuerwehr mit dabei ist, kommt nicht von ungefähr, wie Feuerwehrchef Ulrich Heiß den Kindern erklärte. „Denn zum Einen werden wir oft gerufen, nachdem sich solche Unfälle ereigneten, zum anderen haben wir selber viele Großfahrzeuge.“ Bisher sind die Heiligenhauser Feurwehrwagen mit einem Schild ausgestattet: „Vorsicht Toter Winkel. Lass mich vorbei. Ich seh dich nicht.“ Das steht darauf. Aber dabei soll es nicht bleiben: Wie Bürgermeister Beck erklärte, werden umgehend technische Assistenzssysteme für den Heiligenhauser Fuhrpark angeschafft, noch ist es nicht ganz soweit.

  • Aktionstag "Toter Winkel" der GSV Schulstraße:
    Hilden : Kinder haben toten Winkel im Blick
  • Ilka Steffens von der Verkehrsunfall-Prävention sensibilisierte
    Monheim : So entgehen Kinder dem toten Winkel
  • Friedhelm Schmitz (2.v.l.) und Hans-Peter Holzenleuchter
    Polizei Grevenbroich informiert Fahrradfahrer : Selbsttest am „toten Winkel“

Theorie können die Schüler schon gut. Das merkt Saskia Pletsch schnell. Woher hat der Tote Winkel seinen Namen? „Das sind die Flächen vor, neben und hinter dem Lkw, die der Fahrer nicht sehen kann“, kommt die Antwort. Wie groß ein solcher Toter Winkel ist, haben die Experten beeindruckend anschaulich gemacht. Neben einem Feuerwehrauto im Hof der Feuerwache liegt eine dreieckige, grüne Plane. Das ist die für den Fahrer unsichtbare Fläche. Und auf sie drauf passt locker die ganze Schulklasse.

Was hilft? Abstand halten. Und ein kleiner Trick: „Man hält als Radfahrer am besten ein Stück hinter dem Lkw. So, dass man sozusagen im Rückspiegel des Lkw den Kopf des Fahrers sehen kann. Wenn man ihn sieht, sieht auch der Fahrer den Radler“, erklärt Pletsch. Auf der ganz sicheren Seite sind alle, die vom Rad steigen und ein Stück versetzt hinter dem Lkw auf dem Gehweg bleiben, da, wo es möglich ist.

Ralf Schefzig, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Mettmann und Leiter der Direktion Verkehr bei der Kreispolizei, steckte noch einmal den Rahmen des Projekts ab: „Es geht darum, die schwächsten Verkehrsteilnehmer mit den wenigsten Erfahrungen nachhaltig vor den Gefahren des Straßenverkehrs zu schützen.“ Zahlen für Nordrhein-Westfalen: Bei vier von sechs im Starßenverkehr getöteten Kindern war 2017 ein abbiegender Lkw die Unfallursache. Die Kinder befanden sich im Toten Winkel.

 Die übrigen vier Grundschulen der Stadt werden sich nach und nach an dem Projekt beteiligen.