1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Heiligenhaus: Theaterstück weckt Neugier auf Chemie

Heiligenhaus : Theaterstück weckt Neugier auf Chemie

Mit dem Projekt ScienceACT der IHK und der FH Düsseldorf erlebten 240 Kant-Schüler gestern Experimentaltheater.

Für die verständliche und vorhersagbare Darstellung komplexer chemischer Prozesse erhalten die US-Forscher Martin Karplus, Michael Levitt und Arieh Warshel den Chemie-Nobelpreis. Während das Nobelpreis-Komitee diese Entscheidung gestern in Schweden verkündete, waren etwa 240 Heiligenhauser Schüler des Immanuel-Kant-Gymnasiums zu kleinen Wissenschaftlern geworden – denn auch für sie wurde die Welt der Chemie ein Stück verständlicher. Mit dem wissenschaftlichen Theaterstück "Tanz der Elemente" erlebten die Schüler des sechsten und siebten Jahrgangs eine ziemlich ungewöhnliche Chemie-Doppelstunde.

Schauspieler in festlicher Gewandung wurden dabei zu historischen Wissenschaftlern und hatten einige Spezialeffekte im Gepäck, um die wissenschaftliche Neugier mit viel Spaß zu wecken. So nahm der russische Chemiker Dimitri Mendelejew die Schüler mit ins Jahr 1869 auf seine Suche nach einem grundlegenden System, um chemische Elemente zu systematisieren. In Rückblenden, von denen der große russische Chemiker träumt, gab es für die Schüler auf einer Zeitreise viel zu erleben. Im 17. Jahrhundert bei den mystischen Alchemisten zum Beispiel, wo Apotheker Hennig Brand bei seinem Versuch, den "Stein der Weisen" zu finden, also einen Stoff, der unedle Metalle in Gold verwandeln kann, eher zufällig das erste Element der neuzeitlichen Chemiegeschichte entdeckte: das leuchtende Phosphor, "Lichtbringer" genannt. Oder auch ein Besuch bei Antoine Laurent de Lavoisier und seiner Frau Marie, die Gase, Säuren und noch vieles mehr erforschten. Keine Hexerei waren dabei die chemischen Experimente, die für echte Knall-, Feuer- und vor allem Aha-Effekte sorgten und sich prima in die Handlung einfügten. Die Schüler wurden in das Stück eingebunden.

Hinter dem Stück steckt eine Kooperation der Abteilung "MINT-Fächer" der Industrie und Handelskammer Düsseldorf und der Fachhochschule Düsseldorf. MINT steht für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – und für diese Fächer wolle man Schüler spielerisch begeistern, erklärte Ulla Backes von der IHK, die auch als Darstellerin auf der Bühne stand. Sie ergänzt: "Mit solchen Projekten wollen wir dem Fachkräftemangel entgegenwirken."

Die Idee zu dem Stück, das schon das zweite seiner Art ist, stammt von Professor Karl Schwister vom Institut für Chemie und Bioverfahrenstechnik der Fachhochschule Düsseldorf, der auch auf der Bühne steht. Seit 2011 gibt es dieses Projekt, das sowohl das Stück als auch einen nachbereitenden Workshop umfasst. 40 Schüler werden noch einmal in die Welt des Theaterstücks eintauchen und auf eigene Faust forschen.

Die beiden IKG-Lehrerinnen Kathrin Korb und Bianca Günzer, die auch die Jugend-forscht-Projekte begleiten, waren auf das Projekt aufmerksam geworden. Fasziniert folgten die Schüler der Suche im Stück, die heute ganz selbstverständlich als Periodensystem der Elemente in jedem Chemieraum hängt. Der Schülerkommentar zum Stück: "Echt cool."

(sade)