Tersteegen-Schule Heiligenhaus

Schüler werden aktiv : Eine graue Mauer ist bald bunt

Die Grundschule Hetterscheidt kriegt endlich mehr Farbe. Schüler lieferten die Vorlagen, die ein Graffiti-Team umsetzt. Die graue Mauer sieht bald viel freundlicher aus.

Lange überlegt haben die Kinder der Gerhard-Tersteegen-Grundschule: wie soll die lange Mauer hinter ihrer Schule gestaltet werden? Sollen es verschiedene Landschaften werden? Oder eine Aquarienlandschaft? Entschieden haben sich die Grundschüler letztendlich für etwas viel Naheliegenderes: Den Schulweg. „Ideen für diese Waschbetonmauer gab es viele, diese hat sich letztendlich durchgesetzt“, erzählt der stellvertretende Schulleiter Michael Peitz.

Dazu gibt es noch Motive aus dem Urlaub, vom Urlaub bis zur Schule – oder eben in die andere Richtung, je nachdem aus welcher Richtung man kommt.

Die Mauer, auf die zum Beispiel die Kinder der Ogata schauen, wenn sie aus dem Fenster blicken wird in dieser Woche von Jugendlichen, dem Künstler Javier Landa Blanco, sowie Mitarbeitern der Jugendämter bunt gestaltet. Die neun Jugendlichen leisten hier ihre Sozialstunden ab. „Es geht dabei um Taten im leichteren Level, Diebstahl, Körperverletzung oder auch – und das gab es in den vergangenen Jahren auch schon: Delikte rund um Graffiti“, erklärt Manfred Cserni.

Er gehört zum Verein „Neue Wege“, der die Aktion seit zehn Jahren schon durchgeführt. Hier haben sich die Jugendgerichtshilfen der Kreisstädte Heiligenhaus, Haan, Mettmann, Wülfrath und – ganz frisch dazugestoßen: - Erkrath, zusammen geschlossen. Die Jugendlichen sind dabei konzentriert bei der Sache, den Umgang hier finden sie fair und richtig gut, dass sie hier etwas lernen können. Die Zusammenarbeit mit dem spanischen Künstler Landa Blanco ist dabei fruchtbar, wie immer mehr Wände mit seiner Handschrift in diesen Städten beweisen.

„Die Arbeit mit den Jugendlichen funktioniert ja wie ein Workshop. Es geht schließlich auch darum, dass sie etwas lernen. Für mich ist die Herausforderung, mit dem knappen Budget und wenig Zeit, gemeinsam mit den Jugendlichen etwas tolles zu gestalten“, sagt der Künstler. Der Kontakt zu dem Künstler ist vor vielen Jahren über Giuseppina Cagna entstanden.

Doch in diesem Jahr hat die Heiligenhauser Jugendgerichtshelferin eine neue Stelle in Düsseldorf angetreten, hinterlassen hat sie eines ihrer Lieblingsprojekte, das weiterhin in den vier Städten Spuren hinterlassen wird. „Das erste Projekt ohne sie, das ist auch für uns etwas ganz neues“, sagt Kollege Cserni. Das Projekt sei wichtig, immer wieder gebe es in der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen Momente, an denen die Organisatoren spüren, dass das Konzept aufgeht. In dieser ersten Ferienwoche sind die Jugendlichen vier Tage lange von 9 bis 16 Uhr beschäftigt. Und das ist echte Arbeit. „Es ist eine gute Möglichkeit, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und mit ihnen darüber zu reden, was sie getan haben, was sie ändern können und welche Möglichkeiten sie haben.“ Vor allem um die soziale Gemeinschaft und dass sie sehen, dass sie tatsächlich hinterher etwas geschafft haben. Es gehe auch darum, die Stärken der Jugendlichen zu entdecken, und sie darin zu bestärken. Cserni: „Oftmals kommen die Jugendlichen aus Haushalten, wo genau das nicht passiert.“

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