Konzert in Hösel Ungerwühnliches Trio spielt ungewöhnliche Klänge

Ratingen · Ein besonderes Konzert beginnt am 17. September um 17 Uhr im Oktogon in Hösel. Es verspricht eine Reihe von musikalischen Entdeckungen.

 Das SUA-Trio kommt auf Einladung des Kulturkreises nach Hösel.

Das SUA-Trio kommt auf Einladung des Kulturkreises nach Hösel.

Foto: RP/Kulturkreis

Das Sua-Trio ist aus zwei Duos entstanden. Im „Fédji Duo“ musizieren seit 2012 die Spanierin Itxaso Etxeberria (Piano) und die Französin Juliette Cürtis (Violoncello) gemeinsam, die sich während ihres Studiums in den Niederlanden kennengelernt hatten.

Unter dem Namen „Lorca Duo“ spielen seit 2019 Itxaso Etxeberria und die Mexikanerin Mariana Hernandez (Violine) zusammen. Der Zusammenschluss zu einem Trio kam dann während der Pandemie unter dem Namen „Sua Trio“. „Sua“ bedeutet „Feuer“ auf Baskisch, ein Name, der eindringlich die Freude und Leidenschaft der drei Musikerinnen am gemeinsamen Spiel zum Ausdruck bringt.

Zu diesem Sonntagskonzert hat das Trio ein außerordentliches Programm, bestehend aus Stücken oft noch unbekannter Komponistinnen des 19. und 20. Jahrhunderts, zusammengestellt. Dazu gehören Werke der jungen Komponistin für integrative Musik Nina Deuse, obwohl ihre Werke bereits in Berlin, München, Köln und vielen weiteren Städten (ur-)aufgeführt wurden und sie den Bundespreis für Komposition gewonnen hat. Einen Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens liegt auf der vielgestaltigen Fusion zeitgenössischer Kompositions- und Spieltechniken mit Elementen populärer Musik unterschiedlichster Genres. Für das Sua-Trio hat Nina Deuse ein eigenes Werk komponiert, das in Hösel zu hören sein wird. Die sinnliche, leidenschaftliche, aber nie überladene Musik von Mélanie Bonis wurde von den berühmtesten Interpreten der Zeit gespielt. Die Form ist meist streng, jedoch wird diese Strenge überlagert von einer außerordentlich einfallsreichen Melodik und von exquisitem harmonischen Verständnis.

Das im Oktogon zu hörende Stück „Matin“ ist der wichtigste Beitrag der Komponistin zum französischen Impressionismus. „Musik, wie Richard Strauss sie geschrieben hätte, wäre er Debussy gewesen. Selbst wenn Mel Bonis nur dieses eine Werk geschrieben haben sollte, reiht sie sich damit in die Schar der großen Meister der vorvergangenen Jahrhundertwende ein.“ (Ensemble 2004). Übrigens: Durch das geschlechtsneutrale Pseudonym Mel Bonis versuchte die Komponistin ihre Karriere zu beschleunigen. Zwar gab es im ausgehenden 19. Jahrhundert bereits einige professionelle Pianistinnen, das Kompositionshandwerk lag jedoch nach wie vor fest in Männerhand. Die extrem begabte Komponistin Lili Boulanger verstarb tragisch mit gerade einmal 24 Jahren in den Wirren des Ersten Weltkrieges. Das letzte Stück, das sie noch auf dem Totenbett ihrer Schwester Nadia diktierte, ist „D’un soir triste“ aus dem Jahr 1918. Es ist geprägt von einem unglaublich vielschichtiger Klang, der keine Richtung kennt, sondern fortwährend aus dem Grundrhythmus heraus in kaskadenartigen Wellen auszubrechen versucht und dann wieder zurück zum tröstlichen Hauptthema findet.

Weitere Informationen und Anmeldung unter kulturkreis-hoesel.de/event/sua-trio-2-und-2-ergeben-3/

(RP/köh)
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