Ratingen: Stürmischer Beifall für Gitarristen

Ratingen : Stürmischer Beifall für Gitarristen

Unter dem Titel "Gitarre Plus" gastierten die Klassen der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf von Prof. Joachin Clerch und Prof. Alexander Ramirez im Konzertsaal der Wasserburg.

Da denkt man zuerst an spanische Klänge und die erhielten im Programm auch breiten Raum, doch die Studierenden zeigten auch ganz andere, eher ungewöhnliche Facetten des Instruments mit Werken der Klassik und Romantik bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen. Mit dem "Duo Concertante" von Mauro Giuliani, der auch gern der "Mozart der Gitarre" genannt wird, schufen Maki Hirota, Violine, und Isao Shinman, an der besonders zarten Romantischen Gitarre historischer Bauart, einen beschwingten Auftakt.

Dann schwelgten Laura Zielke, Violoncello, und Jakob Wagner, Gitarre, in den Melodien von Burgmüllers "Drei Nocturnes". Erwartungsgemäß waren dann spanische Werke zu hören. Veronika Mashkina interpretierte graziös die bekannte "Sevillana" von Joaquin Turina mit großem Können.

Mit "Danza Espanola" aus La Vida Breve von Manuel de Falla setzte das Duo Manni Wu und Gemma Torralba einen besonderen Akzent, voller Temperament und Virtuosität und schloss den ersten Teil des Konzerts mit Boccherini: Introduction & Fandango. Eine andere Welt eröffneten Alexander Kalina, Bariton, und Veronika Mushkina, Gitarre: Russische Balladen. "Nebeliger Morgen" und "Chrysanthemen Blüte" gelang ihnen in schönstem Einklang und voller Hingabe. Bei den berühmten "Moskauer Abenden", die Kalina mit gewaltiger, zugleich warmer Stimme vortrug, war hier und da ein schüchternes Mitsummen zu vernehmen. Nach einem weiteren Ausflug mit Manni Wu in die Romantik zu einer Bearbeitung von Schuberts "Lob der Tränen" für Gitarre solo und zum spanischen Hit "En los Trigales" von Rodrigo, einem der bekanntesten Werke für klassische Gitarre, markierte das Gitarrenquartett "Kubanische Landschaft mit Regen" von Leo Brouwer den Höhepunkt. Mit dem Gaststar Eduardo Inestal, ehemaliger Student der Hochschule und heute selbst Lehrender als 1. Gitarrist.

Die vier jungen Musiker versetzten die Zuhörer in die Atmosphäre lähmender Stille, in die vereinzelte Tropfen fallen, die mit energischem Zupfen auf den Saiten und Klopfen auf den Gitarrenkorpus zu einem tropischen Regen anschwellen und wieder verebben.

Außer den feinen Tropfen hätte man auch eine Stecknadel im Saal fallen hören können, so gespannt lauschte das Publikum und dankte danach mit stürmischem Beifall.

(RP)