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Studierende bringen Farbe ins Wohnheim

Heiligenhaus : Studierende bringen Farbe ins Wohnheim

Im April dieses Jahres sind die ersten zehn Bewohner in das Gebäude neben der Hochschule eingezogen.

Auf 2700 Quadratmetern gibt es Platz für 42 Studierende in 24 vollmöblierten barrierearmen Wohnungen – nun ist das Studierendenwohnheim am Campus mit den ersten zehn Bewohnern im studentischen Alltag angekommen. „Vor allem die Einzelappartments sind bei den Bewerbern sehr gefragt“, weiß Jonathan Ludwig.

Der Sprecher des Bauherren AKAFÖ, dem Akademischen Förderungswerk mit Sitz in Bochum, besuchte gestern mit Ulrich Krampe und Tobias Hollender, zwei Planern des ausführenden Architektenbüros Krampe Schmidt, das fertige Wohngebäude. Dort machen es sich die ersten Bewohner langsam bequem und wohnlich.

Im Aufenthaltsbereich samt Küche im Erdgeschoss stehen nun Sofas als Farbtupfer und auch in der Kinderbetreuung, die ebenfalls im Haus untergebracht sind, ist es mit der Einrichtung schon bunt geworden. Im August startet der SKFM als Träger hier mit der Kinderbetreuung für Kinder von Studierenden, aber auch von Campus-Mitarbeitern. Nicht nur die Kinderbetreuung, auch das bezahlbare, studentische Wohnheim wird in den Städten immer öfter zum kritischen Punkt. Zumal mit den dualen Studiengängen am Campus Velbert/Heiligenhaus die Pendlerzahlen hoch sind.

„Es gibt durchaus Studierende, die 50 bis 70 Kilometer zur Hochschule fahren“, berichtet Ludwig. Das Zimmer in der Zweier-WG kostet pauschal 340 Euro pro Monat. Energiekosten, Möblierung, Strom und Highspeed-Glasfaserinternet inbegriffen. Für die Architekten ist dabei die Errichtung auf einem außergewöhnlich schmalen Grundstück zur Herausforderung geworden. Als das erste von 20 Forschungsprojekten „Zukunft Bau“ ist das Gebäude Teil des sogenannten Variowohnens.

„Bei Bedarf kann das Haus dank seiner Bauweise leicht umgestaltet werden“, erklärt Planer Tobias Hollender. „Deswegen ist zum Beispiel auch das Erdgeschoss etwas höher, hier könnte auch eine Dienstleistung einziehen oder auch aus mehreren Zimmern eine Wohnung werden.“ Besonders wichtig war den Planern auch der Umgang mit den Materialien: Echtholz-Parkett steht hier im Kontrast zum Sichtbeton an der Decke, umrahmt von weißen Wänden. „Die Farbe bringen die Studierenden mit“, sagt Ulrich Krampe.

In der Außengestaltung war den Architekten dabei mit dem hellen Klinker der Gegenpol zum benachbarten dunkel-verklinkerten Campus wichtig. Die beiden turmartigen Etagen, die eine Dachterrasse in der Mitte umfassen, sollen den Blick aus der Stadt auf das Campusgebäude nicht verwehren. „Die beiden Fassaden stehen so in einem Dialog“, sagt Krampe. Besonderer Kniff: Die Belüftung in den Räumen ist prototypisch, denn die Belüftung durch die Decke über den Kochbereichen erfolgt durch seitliche, unsichtbare Durchlässe an jedem zweiten Fenster. „Das war technisch eine Herausforderung, um das Ganze beispielsweise schallgeschützt durchzufühen“, sagt Hollender.

Ein Lob gibt es von den Planern für die Stadt Heiligenhaus, so Krampe: „Von der Baugenehmigung bis zur Durchführung war die Zusammenarbeit schnell und sehr angenehm. Auch wenn das eines unserer kleinen Projekte war, in der Summe sind wir sehr, sehr zufrieden.“

Weitere Informationen zum Studierendenwohnheim auf www.akafoe.de/wohnen